Sie geben den Takt an - der Bezirk Braunau hat zwei neue Kapellmeisterinnen
POLLING/ST. JOHANN. Ganz vorne stehen und den Takt angeben – das haben Eva Schnötzlinger aus Polling und Marlene Wilhelm aus St. Johann geschafft. Die beiden haben vor Kurzem die vierjährige Kapellmeisterausbildung mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen. Beim Absolventenkonzert am 21. Mai, zeigen sie ihr Können.

Eva und Marlene sind zwei von sieben Absolventen, die ihre Ausbildung bei Gottfried Reisegger an der Landesmusikschule Ried abgeschlossen haben. Beide Musikerinnen sind bereits seit 1997 in ihren Vereinen aktiv.
Tips: Warum hast du dich für diese Kapellmeisterausbildung entschieden?
Eva Schnötzlinger: Weil ich das Jugendorchester aufbauen wollte. Damit ich ein bisschen Erfahrung im Dirigierbereich habe, hab ich mir gedacht, ich schau mir das mal an.
Marlene Wilhelm: Ich wollte mich in die musikalische Gestaltung im Musikverein einbringen. Zudem hatte unser Kapellmeister seinen Rücktritt angekündigt. In einem Schulaufsatz habe ich mit 13 Jahren schon angegeben, dass ich die erste weibliche Kapellmeisterin des Musikvereins Saiga Hans werden will.
Tips: Was war die besondere Herausforderung der Ausbildung?
Eva: Für mich war es die Kombination zwischen dem Lernen von theoretischem Wissen und dieses dann auch den Musikern so zu vermitteln. Man sollte einen guten Mittelweg finden.
Marlene: Neben der Berufstätigkeit und der aktiven Kapellmeistertätigkeit im Verein, die ich seit Anfang 2015 innehabe, war die Ausbildung sehr zeitintensiv.
Tips: Gibt es etwas, was euch besonders geprägt hat?
Eva: Sicherlich die verschiedenen Lehrproben und immer wieder neue Musiker kennenzulernen. Schließlich ist jedes Orchester 'anders', auf das man sich immer wieder neu einstellen muss.
Marlene: Ich habe gelernt, dass man jederzeit über sich hinauswachsen kann, wenn es die Situation erfordert.
Tips: Was sind nun deine Ziele?
Eva: Mein Ziel ist, die Jugendkapelle so gut wie möglich weiterzuführen. Den Musikverein Polling zu übernehmen, steht für mich aber nicht zur Diskussion.
Marlene: Ich möchte die musikalischen Geschicke des Musikvereins St. Johann so gut wie möglich weiterführen, die Jugend fördern und vielleicht auch Musiker aus dem eigenen Verein zur Kapellmeisterausbildung motivieren.
Kapellmeisterinnen im Bezirk Braunau
Dass sich die beiden frisch gebackenen Kapellmeisterinnen mit ihrer Tätigkeit in eine Männerdomäne begeben, lässt sich nicht bestreiten. Derzeit gibt es bei 42 Musikkapellen im Bezirk Braunau vier aktive Kapellmeisterinnen: Martina Kohlmann in Moosbach, Marlene Wilhelm in St. Johann, Daniela Kirchsteiger in Aspach und Nicole Kogler in Uttendorf. Außerdem üben Ingrid Haber in Eggelsberg und Romana Maislinger in Moosdorf das Amt der Jugendreferentin aus. Die Wichtigkeit, sich für eine Kapellmeisterausbildung zu entscheiden, ist nicht unwesentlich. „Unsere Musikkapellen werden immer besser, das Niveau steigt rasant. Da brauchen wir bestens ausgebildete musikalische Führungskräfte. Der regelmäßige Unterricht über vier Jahre hinweg deckt die vielen Facetten ab, die auf einen Kapellmeister zukommen“, sagt der Bezirks-Kapellmeister Josef Esterbauer.
Derzeit besuchen 19 Leute den Ausbildungslehrgang „Ensembleleitung Blasorchester“ an der Landesmusikschule Mattighofen. Fünf davon sind im dritten Ausbildungsjahr. Das heißt, im Frühjahr 2017 wird es die nächsten Absolventen geben.
Abschlusskonzert
Damit Eva, Marlene und ihre fünf Kollegen aus anderen Bezirken ihr Können auch vor Publikum beweisen können, findet am Samstag, 21. Mai, um 20 Uhr, das Absolventenkonzert in der Bauernmarkthalle in Ried statt. Es musiziert ein Orchester aus rund 60 Musikern aus den Heimatkapellen der neuen Kapellmeister, die abwechselnd am Dirigentenpult stehen. Geboten wird ein Programm von der Tradition bis zur Moderne. Zu hören gibt es Stücke wie „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar, „Der mit dem Wolf tanzt“ von John Barry und „Grease“ von Warren Casey und Jim Jacobs.


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