Die Nachfrage ist groß – im Bezirk werden weiterhin Leihomas gesucht
BRAUNAU. Leih-Omas wie Erika Zaglmayr aus Braunau springen ein, wenn die Eltern mal ein paar Stunden für sich brauchen oder beruflich in einen Engpass kommen. Die Nachfrage im Bezirk ist so hoch, das ständig neue Leihomas gesucht werden.

Als Ergänzung zu bestehenden Betreuungsangeboten bietet der katholische Familienverband einen sogenannten Omadienst an. Eltern können die Omas engagieren, wenn sie eine flexible stundenweise Betreuung ihrer Kinder brauchen. Etwa um Termine wahrzunehmen, eine Ausbildung zu absolvieren oder auch um Randzeiten, die durch die Berufstätigkeit entstehen, abzudecken.
Seit 2010, mit Antritt der Pension, ist die Braunauerin Erika Zagl-mayr eine dieser Leihomas – und das mit großer Leidenschaft. „Ich lerne von den Kindern mindestens genauso viel wie sie von mir“, erklärt sie. Derzeit unterstützt die 64-Jährige zwei Familien an jeweils einem Tag in der Woche für einige Stunden – eine Zeit, die sie sehr schätzt: „Die Kinder haben ihr eigenes Tempo, das tut nach der langjährigen Arbeitszeit ganz gut.“ Alles passiert ohne Hektik, denn als Leihoma stehe man eben nicht unter Druck und kann auf die Bedürfnisse der Kinder besser eingehen, erklärt sie. Und wenn es nur das stundenlange Sitzen auf einer Parkbank vor einer Baustelle ist, um die geliebten Bagger zu beobachten – egal, man hat ja Zeit. „Spielzeug brauchen wir nicht viel, wir verwenden einfach alles was wir finden“, erklärt Zaglmayr, die mit ihren Schützlingen, die meist im Krabbelstuben-Alter sind, viele Ausflüge in die freie Natur unternimmt. „Wir sind eben keine Tagesmütter, sondern Omas“, macht sie deutlich, dennoch gibt es aber natürlich auch bei ihr die eine oder andere Regel.
Durch die gemeinsam verbrachte Zeit entstehen zwischen ihr und den Kindern oft enge Beziehungen. So besucht sie ein Junge, den sie bereits vor Jahren in den Kindergarten „entlassen“ hat, noch immer regelmäßig. Aber nicht nur zwischen der Leihoma und den Kindern muss die Chemie stimmen, auch mit den Eltern muss es passen. Zaglmayr führt daher immer ein Erstgespräch mit diesen, bevor sie einen neuen Auftrag annimmt. „Das Vertrauen ist eben sehr wichtig“, erklärt sie und möchte auch in Zukunft keinesfalls die große Freude mit den Kindern vermissen: „Für mich ist das ein Geschenk.“
Leihomas gesucht
Im Bezirk Braunau sucht der katholische Familiendienst derzeit händeringend nach Leihomas, denn die Nachfrage ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Leihomas haben nicht nur Freude mit Kindern und erfahren eine Bereicherung fürs Leben, sondern sind auch haftpflicht- und unfallversichert, besuchen Weiterbildungen, können sich die Zeit selber einteilen und erhalten zudem einen Spesenersatz und die Fahrtkosten erstattet. Rund 6 bis 8 Euro erhält eine Leihoma pro Stunde. Mehr Informationen gibt“s unter 0650/4403658.


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