Armut ist auch im Bezirk Braunau keine Ausnahmeerscheinung
BEZIRK BRAUNAU. Fast 4000 Euro an Soforthilfe zahlte die Volkshilfe in Braunau vergangenen Jahr an in Not geratene Menschen aus. Die Zahl der Fälle zeigt: Armut ist auch im Bezirk Braunau keine Ausnahmeerscheinung.

Insgesamt 221.000 Menschen in Oberösterreich sind armutsgefährdet und verfügen über ein monatliches Einkommen von weniger als 1163 Euro. Alleinerzieherinnen und arbeitslose Menschen trifft es oft besonders hart. Die Betroffenen versuchen meist über Monate, irgendwie über die Runden zu kommen, bis plötzlich eine wichtige Zahlung ansteht, die das knappe Budget völlig überlastet. „Es geht oft um Nachzahlungen von Heiz-, Strom- oder Betriebskosten, um Reparaturen von Waschmaschine oder Boiler“, erklärt der Vorsitzende des Volkshilfe-Bezirksvereins Günter Pointner. Zumeist seien es keine große Summen, doch sie reichen aus, um die Betroffenen finanziell aus der Bahn zu werfen. Unterstützung erhalten sie in diesem Fall aus einem Soforthilfefonds der Volkshilfe. Insgesamt 30 Mal hat Lydia Brunthaler vom Stützpunkt Braunau im vergangenen Jahr zusammen mit den Menschen, die zu ihr kamen, den Antrag für finanzielle Unterstützung ausgefüllt. Ihnen konnte mit insgesamt 3.970 Euro geholfen werden.
Die Scham ist groß, aber die Not ist noch größer
Brunthaler weiß, vielen Betroffene kostet der Besuch bei der Volkshilfe große Überwindung: „Es fällt den Menschen, die zu uns kommen, weil sie finanzielle Hilfe brauchen, sehr schwer. Die Scham ist groß, aber die Not in diesem Moment ist größer.“


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