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BRAUNAU. Die Pläne der Landesregierung, die Gebühren für den Nachmittagskindergarten wieder einzuführen, lassen nicht nur bei den „Wutmamas“ die Wogen hochgehen. Auch die Kinderfreunde Innviertel sprechen von einer „Familienpolitik der Steinzeit“.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Mit dem Budget 2018 schlägt das Land Oberösterreich einen radikalen Sparkurs ein. Dem Rotstift zum Opfer fällt unter anderem die kostenlose Nachmittagsbetreuung in Kindergärten. Künftig sollen Eltern wieder Gebühren zahlen, gestaffelt zwischen 49 und 150 Euro. Für Härtefälle soll es Ausnahmen geben. Eine junge Mutter aus dem Mühlviertel sorgte mit ihrem Protestbrief an Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) als „Wutmama“ in den Medien für Schlagzeilen. Und auch die Kinderfreunde bezeichnen diesen Schritt als „reine Strafmaßnahme für berufstätige Eltern“. Befürchtet wird, dass das Angebot einer Nachmittagsbetreuung in vielen Gemeinden durch die Einführung einer Gebühr weiter vermindert wird. Die Erwerbsfähigkeit vieler Mütter sei akut bedroht.

Geförderte Elternbildung gestrichen

Und auch die geförderte Elternbildung fällt den Sparmaßnahmen zum Opfer. „Jetzt müssen wir den Eltern sagen, dass sie ab dem kommenden Jahr nicht mehr mit unserem Elternbildungsangebot rechnen können“, bedauert die Mattighofnerin Sonja Löffler, Geschäftsführerin der Kinderfreunde Innviertel.

Mehr Hilfe gewünscht

Während Landeshauptmann-Stellvertreter und Familienreferent Manfred Haimbuchner (FPÖ) mehr Eigenverantwortung von den Familien fordert und erklärt, der Staat sei nicht in erster Linie für Kinderbetreuung zuständig, spricht Sonja Löffler von einer „Familienpolitik der Steinzeit“. Dabei würden sich laut der aktuellen Familienstudie mehr als die Hälfte aller Eltern mehr Unterstützung der öffentlichen Hand bei der Kinderbetreuung wünschen, zudem sei der Kindergarten ein wichtiger Ort der Bildung.

Familie und Beruf

Löffler fordert Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) und Landeshauptmann Thomas Stelzer dazu auf, endlich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Sorge zu tragen.


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