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BRAUNAU. Manuel Ullmann hat zusammen mit seiner sechsjährigen Tochter Emily im vergangenen Jahr rund um Braunau insgesamt 88 Säcke Müll gesammelt. Verblüffte Spaziergänger hielten die beiden schon für Mitarbeiter des Bauhofs. Im Frühjahr 2019 will Ullmann weitermachen.

  1 / 2   Bei ihrer Müllsammelaktion rund um Braunau haben Manuel Ullmann und seine sechsjährige Tochter Emily sogar ganze Ölwannen gefunden. Foto: Privat

Im vergangenen April haben der Braunauer Manuel Ullmann und seine Tochter Emily damit angefangen, Müll rund um das Stadtgebiet von Braunau zu sammeln. Bis zum Winter sind seitdem sage und schreibe 88 Säcke zusammengekommen. Durch gemeinsame Spaziergänge haben die beiden am Wegesrand immer wieder Abfall und Müll entdeckt. „Das hat mich mit der Zeit so verärgert, dass ich einfach aktiv werden musste, und so haben wir mit dem Müllsammeln angefangen“, erklärt Manuel Ullmann.

Insgesamt 29 Mal unterwegs

Unterwegs waren die beiden insgesamt 29 Mal und dabei vorwiegend in Haselbach, Ranshofen, Laab, im Stadtgebiet von Braunau selbst und in den umliegenden Wäldern. Immer mit im Gepäck sind dabei Plastikgreifer und Müllsäcke: „So ein Greifer kostet vielleicht ein bis zwei Euro, so einen könnte sich eigentlich jeder besorgen und damit geht das Müllsammeln auch ziemlich schnell“, erklärt der 31-Jährige. Besonders vermüllt sei dabei der Ranshofener Wald gewesen. Die beiden hatten zu Beginn ihrer Müllsammelaktion vermutet, vorwiegend kleinere Gegenstände wie Plastikbecher, Verpackungen oder Bierdosen zu finden. „Zu unserer eigenen Verwunderung war das aber nur ein kleiner Teil dessen, was wir noch so alles gefunden haben“, erklärt Ullmann. Stattdessen haben die beiden häufig größere Gegenstände entdeckt, die eigentlich anderweitig entsorgt werden müssten. Mit dabei waren unter anderem Autoreifen, Autobatterien, Tische, Katheter und sogar ganze Ölwannen. Zum Teil fanden die beiden auch Boxen und Tüten mit Resten von Marihuana.

Aufmerksamkeit erregt

Es dauert auch nicht allzu lange und die beiden haben bei ihren Touren die Aufmerksamkeit des Öfteren auf sich gezogen. „Es kam schon mal vor, dass uns Jogger im Wald begegnet sind und Emily ein Stück Schokolade in die Hand gedrückt oder Fotos gemacht haben“, freut sich der 31-jährige Ullmann. Außerdem erkundigten sich auch das eine oder andere Mal Mitarbeiter des Bauhofs, für wen die beiden denn eigentlich arbeiten würden und wer sie dafür bezahlt. „Wir haben ihnen dann natürlich erklärt, dass wir das nicht gegen Bezahlung machen, sondern einfach, um unsere Umwelt sauber zu halten“, erzählt der Braunauer. Nachdem Emily und Manuel Ullmann ihren gesammelten Müll zunächst noch selbst zuhause entsorgt haben, dürfen sie mittlerweile in Absprache mit dem Chef des Bauhofs den gefundenen Abfall dort entsorgen.

Vor allem ein Appell an die Mitmenschen

Die ganze Aktion sieht Ullmann vor allem als einen Appell an seine Mitmenschen, in Zukunft sorgsamer mit der Umwelt umzugehen und den eigenen Müll richtig zu entsorgen. Er wünscht sich künftig auch den einen oder anderen Nachahmer, der dem Müll rund um Braunau selbst aktiv den Kampf ansagt. Auf die Frage, ob eine Bezahlung für das Müllsammeln etwas bringen würde, antwortet Ullmann: „Es darf einem dabei auf keinen Fall ums Geld gehen, die gute Sache muss dabei ganz klar im Vordergrund stehen, sonst macht das keinen Sinn.“ Neben seiner Müllsammel-Aktion rund um Braunau unterstützt er außerdem das Meeresschutzprojekt „Sea Shepard“. Seine Tochter Emily war von der Idee von Anfang an begeistert. „Mich hat es natürlich sehr gefreut, dass eine Sechsjährige sich derart für ein solches Projekt begeistern kann und auf meinen Touren rund um Braunau häufig mit dabei war“, freut sich der stolze Vater.

Aktion kommt gut an

Auch in Emilys Kindergarten und jetzt in der Schule kam die Aktion gut an. Gerade nach Silvester fürchtet er wieder besonders viel neuen Müll. Im Winter macht Ullmann aber grundsätzlich eine Pause vom Müllsammeln, vor allem aufgrund der niedrigen Temperaturen und der Tatsache, dass der Abfall mit Schnee schlicht schlechter zu erkennen ist.Im Frühjahr geht es weiterIm Frühjahr will er aber wieder weitermachen, um die Umwelt sauber zu halten. Manuel Ullmann plant außerdem im neuen Jahr einen Facebook-Aufruf, um noch mehr Leute auf das Thema und seine Müllsammel-Aktion aufmerksam zu machen.


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