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BEZIRK BRAUNAU. Im Zuge einer Arbeitstagung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich stand das Thema „Forst und Jagd“ im Mittelpunkt der Diskussionen. Im Bezirk Braunau sei die Zusammenarbeit von Grundbesitzern und Jägern mittlerweile sehr gut, bestätigen Vertreter beider Seiten.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Es geht nur miteinander, denn ohne die Jagd kann keine Land- und Forstwirtschaft betrieben werden – darüber sind sich beide Seiten einig. Seit 170 Jahren sind Grundeigentümer und Jäger durch das Jagdgesetz miteinander verbunden. Dieses hilft, Interessenskonflikte teilweise auszugleichen. Vermeiden lassen sich diese dennoch nicht gänzlich. Dabei geht es vor allem um Wildschäden.

Vernünftiger Dialog

Im Bezirk Braunau funktioniert die Zusammenarbeit mittlerweile jedoch sehr gut, sagt Bezirksjägermeister Johann Priemaier: „Beide Seiten sind sehr bemüht. Wenn es Reibungspunkte gibt, dann ist es wichtig, diese offen zu diskutieren und in einen vernünftigen Dialog zu gehen.“ Dafür ist auch der Bezirksobmann der Landwirtschaftskammer Braunau Ferdinand Tiefnig: „Auf Bezirksebene haben wir ein sehr gutes Gesprächsklima und bringen in den Gemeinden gute Lösungen zustande.“

Herausforderung Borkenkäfer

Vor allem der starke Borkenkäferbefall macht den Forstwirten derzeit zu schaffen. Viele Bäume müssen deshalb aus dem Wald geschafft werden. Da ist ein Verbiss bei jungen, nachwachsenden Bäumen umso ärgerlicher. Für Tiefnig ist das Ziel, den Wildbestand so zu halten, dass Aufforstungsflächen möglichst nicht eingezäunt werden müssen.

Lebensraum optimieren

Bei punktuellen Problemen geschehe dies durch eine Schwerpunktbejagung, erklärt Franz Reinthaler vom Bezirksjagdausschuss, und natürlich werde generell versucht, die Abschusszahlen zu erfüllen. Wichtig sei es aber auch, den Lebensraum des Wildes zu optimieren, denn „wo der Lebensraum noch in Ordnung ist, haben wir minimalsten Wildeinfluss“. Hier sind wiederum die Grundbesitzer gefragt, den Wald nicht komplett von Sträuchern zu befreien, erklärt Priemaier, der selbst Landwirt ist. Auch stellen bereits viele Landwirte Flächen zur Verfügung, wo ein speziell entwickeltes Saatgut gesät wird. Ziel ist es, Futteralternativen für das Wild zu schaffen und damit den Wald zu entlasten. „Schießen ist natürlich eine Möglichkeit, aber sicher nicht die einzige“, betont Priemaier, der für einen vernünftigen Ausgleich von jagdlicher Zielsetzung und Erhaltung des Lebensraums ist.

Miteinander in die Zukunft

Sowohl Tiefnig als auch die Vertreter der Jägerschaft schätzen die gute Gesprächsbasis im Bezirk und die direkte Problemlösung vor Ort. „Wenn Landwirtschaft, Jagd und Behörde diesen gemeinsamen direkten Weg weiter gehen, dann schaffen wir das auch in Zukunft“, ist Tiefnig positiv gestimmt.


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