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BRAUNAU. Übervoll präsentieren sich die Regale in den heimischen Supermärkten – und das bis Ladenschluss. Was nicht rechtzeitig an den Kunden gebracht wird, landet oft im Müll. Die Braunauer Tafel macht es sich seit zehn Jahren zur Aufgabe, zumindest einen Teil davon vor der Tonne zu bewahren und mit der Weitergabe an bedürftige Personen sinnvoll zu verwerten.

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Menschen helfen und Lebensmittel im Müll verhindern – das ist seit zehn Jahren die Devise der Braunauer Tafel. Entstanden ist sie 2009 durch verschiedene Initiativen und Privatpersonen in Zusammenarbeit mit der Pfarre St. Franziskus. „Wir wollten, dass etwas geschieht, damit die Leute Unterstützung bekommen und damit Lebensmittel im Müll vermieden werden“, erzählt der aktuelle Leiter der Braunauer Tafel Konrad Prommegger, ein Helfer der ersten Stunde.

GrenzübergreifendeZusammenarbeit

Was damals als Ausgabestelle der in Bayern gegründeten Arnstorfer Tafel begann, ist seit 2016 ein eigenständiges Projekt. Jeden Samstag erhalten Menschen, die einen Wohnsitz im Bezirk Braunau haben und nur über ein geringes Einkommen verfügen, Unterstützung in Form von Lebensmittelspenden von Supermärkten und Produzenten in der Region. Meist handelt es sich um Waren, die zwar für den Verkauf nicht mehr verwendbar, aber durchaus noch genießbar sind. Durch finanzielle Spenden kann die Tafel außerdem Produkte hinzukaufen, die eher selten verfügbar sind, um das Angebot zu ergänzen. Derzeit fehlt es etwa besonders an Obst und Gemüse. Dass so viele Lebensmittel aussortiert werden, sieht Prommegger zwiegespalten: „Auf der einen Seite profitiert die Tafel natürlich davon, viele Lebensmittel zu erhalten. Im Vergleich zu den deutschen Tafeln sind wir gut versorgt. Auf der anderen Seite ist es natürlich sehr bedenklich, denn die Lebensmittel, die weggegeben werden, sind mehr geworden in den letzten zehn Jahren.“

Überangebot anLebensmitteln im Handel

Obwohl es Einrichtungen wie die Braunauer Tafel gibt, landen immer noch sehr viele Lebensmittel im Müll. „Das Angebot ist eben viel größer als die Nachfrage“, bedauert Prommegger, außerdem werde vielfach die Verfügbarkeitserwartung der Konsumenten in den Läden bis zur letzten Minute der Öffnungszeit befriedigt. „Hier könnte der Handel gegensteuern“, sagt Prommegger, der sich eine Praxis, wie sie unlängst in Frankreich eingeführt wurde, auch in Österreich wünscht. Der Handel ist hier gesetzlich verpflichtet, überschüssige Waren an soziale Einrichtungen weiterzugeben. „So könnte viel gegen die Vernichtung wertvoller Waren getan werden und es würde auch den ökologischen Fußabdruck der Nahrungsmittelproduktion senken“, erklärt er.

Die Zusammenarbeit mit den Unterstützern der Braunauer Tafel – verschiedene Supermärkte und Produzenten in der Region – laufe auch ohne Gesetz bereits sehr gut, freut sich Prommegger. Einige Märkte stechen sogar besonders heraus und seien sehr vorbildlich bei der Vorbereitung der gespendeten Waren.

Freiwillige Helfer gesucht

Abgeholt werden diese jede Woche von freiwilligen Helfern der Tafel. Deren Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht. Aktuell sind rund 70 abwechselnd aktiv und arbeiten in den Bereichen Warentransport, Qualitätskontrolle, Vorbereitung der Ausgabe und Administration. Dennoch ist es für die Tafel eine permanente Herausforderung, freiwillige Helfer zu finden, erklärt Prommegger: „Viele von uns sind Pensionisten, für die die Tätigkeit oft eine körperliche Herausforderung ist, der sie jedoch mit großem Engagement und Freude begegnen. Aus gesundheitlichen Gründen scheiden aber etliche Helfer aus dem Dienst aus.“ Vor allem kräftige Helfer für den Warentransport werden deshalb gesucht.

Für den Leiter der Tafel besonders erfreulich: Zahlreiche Flüchtlinge helfen ehrenamtlich mit, um der Gesellschaft einen sozialen Dienst zu erbringen. Diese wurden in den Jahren 2016 bis 2018 auch vermehrt zu Kunden der Tafel, weiß Prommegger. „Durch die zunehmende Berufstätigkeit von anerkannten Flüchtlingen ist die Zahl jedoch wieder gesunken“, erklärt er.

Hemmungen unbegründet

Derzeit kommen zwischen 65 und 70 Personen, die bestimmte Kriterien erfüllen, regelmäßig zur Tafel. Prommegger ist davon überzeugt, dass wesentlich mehr Menschen in der Region in materieller Not sind, oft seien jedoch die Hemmungen zu groß, um sich zu melden. „Sie brauchen jedoch keine Scheu haben“, versichert Prommegger, „bei uns ist jeder willkommen und wird respektvoll behandelt.“

Braunauer Tafel

0676/6117086

office@tafel-braunau.at

www.tafel-braunau.at


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