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BEZIRK BRAUNAU/LOCHEN. In den vergangenen Wochen soll sich ein Unbekannter an mehreren Tauben zu schaffen gemacht haben. Die Pfotenhilfe setzt nun eine Belohnung von 1.000 Euro auf dessen Ergreifung aus.

Foto: Pfotenhilfe
Foto: Pfotenhilfe

Seit einiger Zeit ist in Braunau ein Tierquäler unterwegs, der Tauben die Flügel stutzt, ausreißt oder sie sogar umbringt. Die Meldungen über soziale Medien häufen sich in den letzten Wochen, dass im Stadtteil Laab verletzte oder tote Tauben mit eindeutigen Merkmalen von Misshandlungen gefunden werden. Zum Tierschutzhof Pfotenhilfe wurde kürzlich ebenfalls eine Taube aus Braunau mit gestutzten Flügeln gebracht, die dadurch nicht mehr fliegen kann und daher in der Futtersuche stark eingeschränkt ist. Auch die Flucht vor Feinden ist so natürlich problematisch bis unmöglich. Zudem können die Kobel und hoch gelegenen Schlafplätze nicht erreicht und auch die Jungen nicht versorgt werden, weiß Geschäftsführerin Johanna Stadler. 

Bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe 

Es handelt sich hier also keinesfalls um ein Kavaliersdelikt, wie sie betont, sondern um Tierquälerei nach dem Strafgesetzbuch §222, die mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird. Polizei und Veterinäramt seien informiert. Für den entscheidenden Hinweis, der zur Ergreifung des Täters führt, setzt die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe daher eine Belohnung von Euro 500 aus, die ein Taubenfreund zur Verfügung stellt. Nun gab die Organisation bekannt, dass sich noch mehr Tierfreunde meldeten und die Prämie auf 1.000 Euro erhöht wurde.

Schlechter Ruf

„Diese überaus sozialen und intelligenten Vögel sind übrigens keineswegs Krankheitsüberträger oder Denkmalzerstörer, wie gerne kolportiert wird. Die schönen, schillernden Tiere sind keine Wildvögel sondern Haustiere, die aus Brieftaubenzuchten oder als Hochzeitstauben einst entflogen und gestrandet sind. Hier geht es um eine ähnliche Problematik wie bei den Streunerkatzen, die Nachkommen verantwortungslos unkastrierter und nach und nach verwilderter Hauskatzen sind“, erklärt Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler und appelliert einmal mehr an den Hausverstand und die Menschlichkeit, hilflose Tiere im dritten Jahrtausend endlich nicht mehr zu verdammen, verjagen oder quälen: „Es ist nicht nur unsere moralische Verpflichtung uns um die Tiere zu kümmern sondern es ist auch endlich von diesen ewiggestrigen Praktiken der Tierhaltung abzugehen, die immer weiteres Tierleid produzieren.“


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