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BEZIRK BRAUNAU. Österreich ist ein Land der Recycler. Warum dies so wichtig ist und wie die Situation im Bezirk aussieht, darüber sprach Tips mit dem Vorsitzenden des Bezirksabfallverbandes (BAV) Braunau.

Foto: Privat
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Tips: Warum ist es so wichtig zu Recyceln?

Erich Priewassser: Recyceln ist gut für die Umwelt. Außerdem bleiben die in unseren neun Altstoffsammelzentren erwirtschaften Erlöse bei uns im Bezirk und bringen den Bürgern einen finanziellen Vorteil. Getrennt gesammelte Altstoffe können nämlich als Rohstoffe wieder eingesetzt werden. Das wird für die Produktindustrie zunehmend interessant. Darum können für viele Altstoffe Erlöse erzielt werden. Würden zum Beispiel die in den Altsoffsammelzentren gesammelten Altstoffe in der Restmülltonne landen, müssten diese entsorgt werden, was rund viermal so teuer wäre. So aber tragen die Erlöse aus der Altstoffverwertung zur Stabilisierung der Abfallgebühren bei und davon profitieren wiederum alle Haushalte im Bezirk.

Tips: Wie schlägt sich denn da die Bevölkerung im Bezirk Braunau?

Priewasser: Das Gesamtabfallaufkommen betrug im vergangenen Jahr im Bezirk Braunau 65.768 Tonnen, das sind 630 Kilogramm pro Einwohner. Insgesamt kann man sagen, dass die Trennmoral bei Haushalten in Einfamilienhäusern mittlerweile durchwegs sehr groß ist. Anders verhält es sich leider in Wohnanlagen. In den bereitgestellten Restmüllcontainern werden hier häufig auch recycelbare Altstoffe entsorgt.

Tips: Wo gibt es sonst noch Verbesserungspotential?

Priewasser: Im Bezirk Braunau sank im Vergleich zu 2010 die Restabfallmenge von 124 Kilo auf 119 Kilo pro Einwohner. Dennoch könnte jeder Haushalt die Abfallmenge im Restabfall durch Trennen noch deutlich reduzieren. 55 Prozent des Restabfalls sind gar keiner. Außerdem landen mehr als 1.800 Tonnen Lebensmittelabfälle jährlich im Bezirk Braunau noch immer im Restabfall – richtig entsorgt im Bioabfall könnten diese durch die Kompostierung in den Kreislauf zurückgeführt und wertvolle Erde gewonnen werden. Außerdem zeigte die Analyse, dass noch immer sehr viele Kunststoffverpackungen zum Restmüll kommen.

Tips: Wo liegen denn für den BAV die großen Herausforderungen?

Priewasser: Verstärkte Aufklärung, Beratung und Bewusstseinsarbeit in punkto Trennmoral ist wichtig. Die Devise lautet: Alles was ich aus der Restmülltonne raus- und in das Altstoffsammelzentrum reinbringe, ist für den Bürger eine Gebührenersparnis und durch das Recycling zusätzlich ein Gewinn. Dabei beginnt Umwelterziehung schon im Kindesalter. Wer von klein auf lernt, sorgsam mit seiner Umwelt umzugehen, hat die beste Voraussetzung, sich auch als Erwachsener umweltbewusst zu verhalten.


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