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BEZIRK BRAUNAU. In den letzten Wochen gab es zahlreiche Unfälle auf Braunaus Straßen. Tips sprach mit Hubert Esterbauer, dem Stadtrat für Verkehr, und Joachim Kweton, dem Leiter des ÖAMTC Braunau, über das Thema Verkehrssicherheit.

Joachim Kweton, ÖAMTC-BraunauFoto: ÖAMTC
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Im Bezirk Braunau gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Verkehrsunfälle. Am Wochenende vom 7. bis 9. August beispielsweise forderten Verkehrsunfälle zwei Tote und mehrere Schwerverletzte, etwa in Schalchen, Weng oder Neukirchen.

Unfallursachen

Bei den Unfällen der letzten Wochen war oft ein riskantes Überholen von gerade abbiegenden Fahrzeugen die Unfallursache, wie Joachim Kweton, der Leiter des ÖAMTC Braunau, berichtet. Auf der Umfahrung von Braunau ereignen sich zudem häufig Unfälle durch riskante Wendemanöver, weil Lenker die Ausfahrt verpasst haben. Grundsätzlich seien aber auch Ablenkung, Unachtsamkeit und eine nicht angepasste Geschwindigkeit die häufigsten Unfallursachen. „Beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung oder beim Bedienen von Navigationssystemen während der Fahrt legen Lenker unbewusst oft viele Meter im Blindflug zurück“, erklärt Kweton. Besonders unfallgefährdet seien Fahranfänger, da sie gefährliche Situationen oft unterschätzen. Das Thema Ablenkung betreffe aber jede Altersgruppe.

Längerer Bremsweg bei E-Bikes

E-Bike- und Motorradfahrer waren in letzter Zeit häufig an Unfällen beteiligt. Bei den E-Bikes liegt das teilweise daran, dass sie im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern einen längeren Bremsweg haben: „In Kombination mit dem elektrischen Antrieb und dem am Anfang etwas ungewohnten Fahrverhalten kann dies bei Ungeübten im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen. Um dem vorzubeugen bietet der ÖAMTC schon seit 2017 E-Bike-Kurse für Senioren und Wiedereinsteiger an.“

Die Motorrad- und Mopedfahrer wiederum werden aufgrund der schmalen Silhouette ihres Fahrzeugs schnell übersehen: „Doch auch fehlende Fahrpraxis, Selbsteinschätzung und überhöhte Geschwindigkeit sind bei Zweiradfahrern häufige Unfallursachen.“ Bei allen Fahrzeugen sei daher eine defensive, vorausschauende, konzentrierte Fahrweise mit ausreichend Sicherheitsabstand der beste Schutz vor Unfällen.

Projekte in Braunau

Die Projekte für mehr Verkehrssicherheit in Braunau richten ihr Augenmerk derzeit vor allem auf den Schutz der Radfahrer, wie Hubert Esterbauer, Stadtrat für Verkehr in Braunau, berichtet. So wurde etwa in der Michaelistraße oder der Laabstraße der Radweg erweitert. Somit ist es möglich, vom Stadtplatz bis zur Amag auf einem gesicherten Radweg zu fahren.

„Auch in den laufenden Instandhaltungsarbeiten wird besonders auf die Verkehrssicherheit Rücksicht genommen, wie der Umbau in der Jahnstraße zeigt“, erklärt Esterbauer weiter. Dort gibt es jetzt einen eigenen Platz für das direkte Ein- und Aussteigen bei der Österreichischen Gesundheitskasse. „Wir sind auf einem guten Weg, was Verkehrssicherheit betrifft“, sagt Esterbauer.

Ein nächstes Projekt wäre beispielsweise der Umbau der Wagnerbauerstraße. Als Zusatzangebot für mehr Verkehrssicherheit könnte sich Esterbauer zudem etwa die Erweiterung von Kursen für E-Bike-Fahrer vorstellen. Von der Braunauer Bevölkerung oft angesprochen wird auch der viele Durchfahrtsverkehr in der Braunauer Innenstadt. „Derzeit ist hier noch viel in der Schwebe. Wir arbeiten aber an einer Lösung.“

Verkehrssicherheitspreis

Die vielen Verkehrsunfälle auf Oberösterreichs Straßen veranlassten auch Landesrat Günther Steinkellner, den Fokus verstärkt auf die Unfallprävention zu lenken. Daher wird im kommenden Jahr erstmals der Verkehrssicherheitspreis des Landes OÖ vergeben, wie Steinkellner bekannt gab. Alle in Oberösterreich ansässigen Vereine, Unternehmen, Private, Gemeinden und Schulen, die durch ihre Ideen, Projekte, Aktivitäten und Maßnahmen die Verkehrssicherheit förderten und fördern, können daran teilnehmen.


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