Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Frauengeschichte neu thematisiert

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Theresa Senzenberger Theresa Senzenberger, Tips Redaktion, 15.09.2020 07:00 Uhr

BRAUNAU. Die diesjährigen Zeitgeschichte-Tage in Braunau drehen sich um die Geschichte der Frauen - mit Fokus auf die Zeit seit 1900. Eine Ausstellung zum Thema „Frauen“ und die Filmvorführung von „Der Taucher“ ergänzen die Frauen- und Geschlechterdiskussion.

Unter dem Titel „Das schwache Geschlecht?“ befassen sich die Zeitgeschichte-Tage in Braunau dieses Jahr mit der Geschichte der Frauen. Bereits zum 29. Mal finden die Tage heuer in Braunau statt, dieses Mal werden die Programmpunkte von Freitag, 25. September, bis Sonntag, 27. September, veranstaltet.

Dabei werden Problemstellungen der aktuellen Frauen- und Geschlechterdiskussion behandelt, der Fokus liegt auf der Zeit seit 1900. „Wir haben für die Zeitgeschichte-Tage immer Themen gewählt, die eine besondere Relevanz für die Gegenwart haben. Die Gleichstellung der Geschlechter ist keine Frauensache, sondern ein Menschenrecht - diese Aussage ist leider noch nicht Allgemeingut“, erklärt Florian Kotanko, Obmann des Vereins für Zeitgeschichte Braunau.

„Der Taucher“

Zur Einstimmung wird vorab am Donnerstag, 24. September, im Gugg Kulturhaus Braunau ab 19.30 Uhr der Film „Der Taucher“ gezeigt. Regisseur Günther Schwaiger erzählt in diesem Psychothriller die Geschichte eines Traumas, inmitten der scheinbaren Idylle einer mediterranen Insel, und richtet seinen Blick auf zwei detailreich gezeichnete Frauenfiguren. Es geht um familiäre Gewalt, die Kraft des Aufbegehrens dagegen und um die Sehnsucht nach Liebe.

Der Regisseur ist bei der Filmvorführung anwesend und erläutert die Entstehung und Hintergründe seines Werkes. Im Anschluss können Fragen gestellt werden.

Experten-Beiträge

Das analysierende Betrachten von fremd- oder auch selbstgeformten Bildern von Frauen steht im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe im Gugg Kulturhaus Braunau, die von Freitag, 25. September, ab 19.30 Uhr bis Sonntagmittag, 27. September, stattfindet. Dazu kommen zahlreiche Fachleute aus dem Wissenschafts-, Kunst- oder Museumssektor nach Braunau und versuchen mit ihren Beiträgen, Antworten auf diverse frauengeschichtliche Fragen zu finden. So etwa auf Fragen nach Strategien der Gleichstellung.

Die Beiträge befassen sich etwa mit der von Vorurteilen geprägten Situation von Asylwerberinnen, mit der vielfach vergessenen Rolle von Künstlerinnen oder mit der Verfolgung von Frauen im Nationalsozialismus. Auch über den Rückschritt zu früheren Rollenfixierungen, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, wird diskutiert.

Ein Beitrag zum Bild der Frauen in Comics soll nicht nur zum Schmunzeln anregen, sondern auch zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Inhalten dieser Kunstform. Zudem erhält das in Österreich einzigartige Frauenmuseum in Hittisau die Gelegenheit, sich vorzustellen.

Begleitende Ausstellung

Zusätzlich zu den Experten-Beiträgen und der Filmvorführung wird die Tagung durch eine Ausstellung mit dem Titel „Frauen“ ergänzt. Das Besondere daran: Die Exponate sind nicht nur im Bezirksmuseum Herzogsburg zu bewundern, sondern es wird der gesamte öffentliche Raum der Stadt Braunau miteinbezogen.

Anhand eines Stadtplans können mehr als 30 Punkte in Braunau aufgesucht werden, die in besonderer Beziehung mit dem Thema Frauen stehen. Der Weg führt etwa zum „Haselbacher Römerstein“ mit der ältesten namentlichen Erwähnung einer Frau oder zu Kunstwerken, die von Frauen geschaffen wurden. Bereits am Donnerstag, 17. September, wird die Ausstellung um 19.30 Uhr eröffnet. Sie kann bis zum 14. November besucht werden.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Die Personenanzahl ist coronabedingt auf 90 beschränkt, daher ist eine Voranmeldung unter www.zeitgeschichte-braunau.at erforderlich. „Wir wollen durch Einhaltung aller Vorschriften zu einer Veranstaltung einladen, die ohne Angst vor einer Corona-Ansteckung besucht werden kann“, so Kotanko.

 

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