„Man müsste die Klima-Krise endlich wie eine Krise behandeln“
BRAUNAU. Michael Artner, ein Student aus Braunau, setzt sich neben seinem Studium tatkräftig bei der Fridays for future-Bewegung für den Klima- und Umweltschutz ein.

2016 absolvierte er die HTL Braunau. Mittlerweile befindet er sich im Masterstudiengang Informatik an der Johannes Kepler Universität Linz und arbeitet nebenbei als Software-Entwickler. Bei der Fridays for future-Bewegung ist er seit einigen Monaten aktiv dabei und setzt bewusste Schritte für den Klimaschutz, indem er sich zum Beispiel vegetarisch ernährt und das Fahrrad sowie Öffis nutzt.
2019 nahm er zum ersten Mal an einer Demonstration teil und setzte sich auch bei weiteren globalen Demos ein. Ein richtiges Fridays for future-Mitglied ist er seit September. „Ich habe mir gedacht, dass ich dabei sicher sehr viel fürs Leben lernen und meine Zeit sinnvoll für eine bessere Zukunft einsetzen kann.“
Besonders spannend war es für ihn zu erfahren, wie Streiks organisiert werden, wie soziale Bewegungen aufgebaut sind und auch wie Politiker hinter den Kulissen auf das Thema Klimaschutz reagieren, so Artner: „In erster Linie ist mir aber wichtig, dass unser Planet ein so schöner Ort bleibt, wie ich ihn kenne. Weiters finde ich es einfach unmöglich, dass die Politik nicht auf die Wissenschaft hört und sich auch nicht an ihr eigenes Wort hält.“
Virtuelle Streiks
Wegen Corona wurden die öffentlichen Demonstrationen eingestellt. Es werden jetzt aber virtuelle Streiks organisiert. Vereinzelte Streiks im Freien gab es im September und Dezember kurz vor dem fünf-Jahres-Jubiläum des Pariser Klimaabkommens. Die Menschen wurden hierbei eingeladen, Kerzen vor das Linzer Landhaus zu bringen. „Dabei sollte aufgezeigt werden, dass selbst fünf Jahre später noch keine konkreten Pläne existieren, wie wir die Erderwärmung auf die in Paris vereinbarten 1,5 Grad beschränken können.“
Durch die Corona-Krise habe sich zwar der Stellenwert für den Umweltschutz erhöht, berichtet Artner. „Man müsste die Klima-Krise nur endlich genauso wie eine Krise behandeln.“ Von der Regierung wünscht er sich etwa eine Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel und bessere Bedingungen in der Tierhaltung.
Einfach mal reinschnuppern
Er lädt dazu ein, einfach mal bei einer Videokonferenz der Fridays for future, die auf Instagram angekündigt werden, reinzuschnuppern. Sollten sich genug Interessierte finden, könnte auch eine eigene Regionalgruppe fürs Innviertel ins Leben gerufen werden.
„Rein als Einzelperson kann man dann immer noch zu Streiks kommen, versuchen das eigene Leben klimafreundlicher zu gestalten, entsprechende Petitionen und Volksbegehren unterschreiben oder bei E-Mail-Aktionen auch im eigenen Namen an Politiker oder Firmenvorstände schreiben. Auf jeden Fall muss man am Ball bleiben und auch Freunde und Verwandte informieren, denn je mehr Leute mitmachen, desto größer ist der Druck auf Politiker und Co.“


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