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POLLING. In Polling lassen sich noch einige Zeugen der abwechslungsreichen Geschichte der Gemeinde finden. Die erste urkundliche Nennung des Ortes feiert heuer ihr 1.120-jähriges Jubiläum.

Ein Fresko an der Pfarrkirche stammt aus dem Spätmittelalter. (Foto: Privat)
Ein Fresko an der Pfarrkirche stammt aus dem Spätmittelalter. (Foto: Privat)

Am 12. August 903 trat Polling in die geschriebene Geschichte ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Ort in einer Urkunde erstmals gesichert erwähnt. Damals hieß er noch „Pollinga“ und wurde von König Ludwig IV. dem Domkapitel zu Passau als Eigentum verliehen.

Dass Polling schon früh besiedelt war, zeigt auch der Name. Er leitet sich vom Personennamen „Pollo“ ab. Das Wappen, ein Andreaskreuz mit Lilienstäben auf grünem Grund, symbolisiert die landwirtschaftliche Struktur der Gemeinde und nimmt Bezug auf Andreas, den Pfarrpatron der Kirche. Die Lilienstäbe sind ein Stammwappen der Sonderndorfer, eines bayerischen Adelsgeschlechts, das seinen Sitz auf Schloss Ibm bei Eggelsberg hatte.

Ganz deutlich ist die Pollinger Geschichte unter anderem anhand der Pfarrkirche zu sehen. Sie wurde um 1485 im spätgotischen Stil erbaut und später barockisiert. Eine Besonderheit ist an der Außenmauer der Kirche zu sehen. Hier befindet sich ein Mahnbildfresko. Wie die Inschrift bezeugt, stammt das Fresko aus dem Jahr 1500 und mahnt somit schon seit über 500 Jahren zum guten Gebet. Ende der 1970er Jahre wurde der kunsthistorische Schatz durch eine Restaurierung gerettet.

Mysteriöser Granitstein

Eine weitere Seltenheit ist ein „Lochstein“ auf einer Wiese in Unterdorf. Die unförmig gehauene Granitsäule ist etwa 1,90 Meter hoch und erinnert an Kultsteine. Da es darüber keine Aufzeichnungen gibt, kann über die Herkunft des Lochsteines nur gemutmaßt werden. Er könnte auf einen Pestfriedhof verweisen. Allerdings sind keinerlei christliche Symbole erkennbar.

Hochwasser und Kult-Wirtin

Die jüngere Geschichte ist von Hochwasserereignissen geprägt. 2012 waren elf Feuerwehren mit 120 Feuerwehrleuten im Einsatz. Sie mussten teilweise waghalsige Rettungsaktionen starten, denn ihnen stand das Wasser zeitweise bis zur Brust.

Für Schlagzeilen sorgte auch Pollings Kult-Wirtin der Kaiserlinde, Frieda Stranzinger. Sie wurde 103 Jahre alt, stand bis ins hohe Alter noch selbst am Herd und war weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt.


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