3,5 Hektar in Flammen: Einsatzübung zur Waldbrandbekämpfung in Roßbach
ROSSBACH. Eine feurig-stürmische Abschlussübung absolvierten Einsatzkräfte der Waldbrandbereitschaft Braunau in der Umgebung von Roßbach und Fraham. Bei der Übung zu bewältigen: Das Löschen eines Brandes auf einer 3,5 Hektar großen Fläche – bei einem heranziehenden Gewittersturm.

Einsätze mit dem Stichwort „Brand: Wald/Wiese/Flur“ steigen stark. Die Feuerwehrleute des Bezirks Braunau arbeiten daher kontinuierlich daran, die Schlagkraft der Waldbrandbereitschaft zu verbessern. Dazu wurde in der Gemeinde Roßbach ein Ausbildungstag mit einer abschließenden Einsatzübung abgehalten.
Norbert Reisegger war für die Übung verantwortlich. Er gewann für die theoretische, technische und taktische Ausbildung einsatzerprobte Kameraden vom Waldbrandstützpunkt Kirchdorf an der Krems unter Harald Rachlinger. Sie haben viel Erfahrung in der Bekämpfung von Waldbränden in schwierigem Gelände.
Schon im Frühjahr absolvierten die Braunauer Einsatzkräfte einen Ausbildungstag zum Thema Waldbrand in Ranshofen. Das dort gelernte Wissen vertieften sie bei der Abschlussübung in Roßbach.
Viele Teilnehmer
An der Übung nahmen alle drei Einsatzzüge der Waldbrandbereitschaft, angeführt vom Bereitschafts-und Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser, teil. Auch Feuerwehrleute des Kommando-Zugs der Feuerlösch- und Katastrophenschutzdienst-Bereitschaft (F-KAT) Braunau übten mit. Dieser Kommando-Zug führt standardmäßig ein Einsatzteam der Feuermedizinischen Dienstes (FMD) mit, das die Feuerwehrleute bei medizinischen Notfällen versorgt.
Mehrere Zubringerleitungen
Bei der Übung wurden die Feuerwehren Fraham, Roßbach und Rödham, die für den Pflichtbereich Roßbach zuständig sind, am Morgen zu einem ausgedehnten Vegetationsbrand alarmiert. Sie sicherten eine angrenzende Siedlung ab. Außerdem gewährleisteten sie mithilfe von mehreren Zubringerleitungen eine ausreichend starke Löschwasserversorgung.
Da der Übungs-Brand eine große Fläche betraf und das steile Gelände Schwierigkeiten mit sich brachte, forderten der Einsatzleiter Christoph Baier und der Abschnitts-Feuerwehrkommandant Franz Baier die Waldbrandbereitschaft Braunau an. Diese konnte ihren beachtlichen Fuhrpark, ihr Spezialequipment und ihre Fähigkeiten bei der Bodenbrandbekämpfung erstmals in dieser Art demonstrieren.
Der erste und zweite Feuerwehrzug bekämpfte den Brand mit Tanklösch-, Rüstlösch- und Löschfahrzeugen von acht Feuerwehren. Die Feuerwehrleute legten Wundstreifen an, um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Die direkte Brandbekämpfung erfolgte unter anderem mithilfe von D-Angriffsleitungen, Rucksackspritzen und Feuerpatschen.
Fast 900 Meter lange Zubringerleitung
Außerdem verlegten die Einsatzkräfte eine fast 900 Meter lange Zubringerleitung. Mit ihr wurde eine AB-Mulde mit circa 20.000 Liter Wasser als Löschwasserpuffer befüllt.
Eingesetzt wurden auch ein Raupenmanipulator und eine Roboterraupenplattform. Sie waren vor allem im steilen Gelände und bei einer langen Wegstrecke von Vorteil. Mithilfe eines Hoftracs war es möglich, schnell eine ebene Fläche zu planieren, damit ein 10.000-Liter-Falttank aufgestellt werden könnte.
Drohnen halfen bei der Lagebeurteilung. Besonders beeindruckend waren laut der Feuerwehr die Bilder der „Innviertel-Drohne“ des Oberösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes. Sie bot von oben einen hochauflösenden Blick auf das Übungsgeschehen.
Trotz der umfassenden technischen Ausrüstung ist bei der Bodenbrandbekämpfung viel Handarbeit nötig. Sie erfordert viel Kraft, Ausdauer und Mut, das wurde bei der schweißtreibenden Ausbildung deutlich. Franz Baier stellte für die Übung die Felder zur Verfügung und sorgte für entsprechenden Brennstoff.
Einsatzzahlen steigen
Wie wichtig solche Übungen, Ausbildungen und die Ausrüstung sind, zeigen die Einsatzahlen. In den letzten Wochen gab es im Bezirk Braunau mehrere Vegetationsbrände. Unter teilweise größter körperlicher Anstrengung konnten die Feuerwehren die Brände unter Kontrolle bringen. Meist wurden sie dabei von den Alarmstufenfeuerwehren und tatkräftigen Landwirten, die mit Güllefässern zum Löschwassertransport ausrückten, unterstützt. Eine Ausbreitung des Feuers auf Au- oder Waldgebiete, konnte verhindert werden.
Die Waldbrandbereitschaft Braunau soll angesichts der geänderten Gefahrenlage für mehr Sicherheit sorgen. Bei größeren Schadensfeuern soll im Bezirk ein schlagkräftiges Einsatzpersonal mit spezieller Ausrüstung und Fähigkeiten die örtlichen Feuerwehren unterstützen.


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