First-Responder-Netzwerk im Bezirk Braunau wächst weiter
BEZIRK. Wenn jede Sekunde zählt, sind die First Responder des Roten Kreuzes oft als Erste zur Stelle. Dank einer Strukturreform und starker regionaler Unterstützung wurde das Netzwerk im Bezirk Braunau deutlich ausgebaut. Besonders in Pischelsdorf, Schwand, St. Radegund und Hochburg-Ach hat sich die Notfallversorgung spürbar verbessert.

Bei einem medizinischen Notfall, etwa bei einem Herzstillstand, entscheidet Zeit über Leben und Tod. Während Rettung und Notarzt noch unterwegs sind, übernehmen First Responder die Erstversorgung. Sie überbrücken die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte.
Im Bezirk Braunau sind aktuell 48 First Responder ehrenamtlich im Einsatz. Sie leisten rasch qualifizierte Erste Hilfe und erhöhen damit die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich.
Gemeinden und Wirtschaft tragen den Ausbau mit
Ein Projekt dieser Größenordnung ist nur gemeinsam umsetzbar. Der Ausbau des Systems wurde vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden und regionalen Unternehmen möglich.
„Wir schaffen das nur, weil uns die verschiedensten Gemeinden sowie regionale Firmen im gesamten Bezirk so tatkräftig unterstützt haben“, betont die Bezirksstellenleitung.
Die notwendige Ausrüstung, etwa Notfallrucksäcke und Defibrillatoren, verursacht hohe Kosten. Ohne diese Unterstützung wäre eine flächendeckende Versorgung nicht realisierbar gewesen.
Ressourcenoptimierung schließt Versorgungslücken
In der Vergangenheit gab es im Bezirk noch Bereiche mit geringerer Abdeckung. Durch eine gezielte Neuverteilung der Kräfte konnten diese Lücken nun weitgehend geschlossen werden.
So stehen inzwischen auch in Pischelsdorf, Schwand, St. Radegund und Hochburg-Ach First Responder bereit und können im Ernstfall schnell eingreifen.
Lebensretter-App ermöglicht schnellere Alarmierung
Ein weiterer Fortschritt ist die Einführung der Lebensretter-App. Sie alarmiert Ersthelfer ortsunabhängig über GPS.
Geht ein Notruf ein, prüft das System automatisch, ob sich ein registrierter First Responder im Umkreis von fünf Kilometern befindet. Dadurch kann auch ein Helfer alarmiert werden, der sich gerade außerhalb seines Wohnortes aufhält.
Engagement aus der Region
Ein Beispiel für dieses Engagement ist Simone Maria Hauser, 25, aus Lochen am See. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin engagiert sich seit 2021 ehrenamtlich beim Roten Kreuz.
„Der Wunsch, als First Responder tätig zu sein, entstand, als ich merkte, dass das Team in Lochen Unterstützung gebrauchen kann“, erzählt Hauser. „Ich verschaffe mir einen ersten Überblick, erhebe Daten und leiste Erste Hilfe. Ihr erkennt mich an der Rettungsjacke und dem Rucksack – sprecht mich gerne direkt mit ‚Simone‘ an!“
System soll weiter wachsen
Trotz der Fortschritte ist der Ausbau noch nicht abgeschlossen. Ziel bleibt eine möglichst flächendeckende Versorgung im gesamten Bezirk.
Da sowohl die Anschaffung als auch die Wartung der Ausrüstung kostenintensiv sind, werden die Abläufe laufend überprüft und verbessert. So soll sichergestellt werden, dass im Notfall überall schnell geholfen werden kann.


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