Nicht jedes vermeintlich einsame Wildtierbaby muss gerettet werden
BEZIRK BRAUNAU. Gerade Mai und auch noch Juni sind die Monate der Tierkinderstuben. Deswegen erinnern Fachleute daran, Wildtiere in der Natur zu belassen. Denn immer wieder werden Rehkitze, Junghasen, Fuchswelpen und Vogeljunge von Tierfreunden voreilig „gerettet“, weiß Franz Reinthaler vom Bezirksjagdverband.

Ein Rehkitz, das alleine im Wald liegt, ist in den seltensten Fällen von der Mutter verlassen worden, erklärt Franz Reinthaler vom Bezirksjagdverband Braunau. Es brauche keine menschliche Hilfe, Menschen würden das verwechseln und meinen, dass das Rehkitz verwaist ist. „Dabei kommt die Geiß alle zwei Stunden und macht auf sich aufmerksam“, erklärt er. Ähnlich sei die Situation bei Feldhasenjungen. Sie werden nur einmal am Tag von der Mutter gesäugt und bleiben die übrige Zeit alleine, verlassen sind sie deshalb aber nicht.
Zahlreiche Wildtier in Tierheimen
Doch in den Tierheimen werden immer wieder vermeintlich verwaiste Wildtierjungen abgegeben. Alleine die Pfotenhilfe Lochen musste im vergangenen Jahr 246 Wildtiere aufnehmen. Dabei sei die Pfotenhilfe in erster Linie für Haustiere zuständig, für Wildtiere sei es die Jägerschaft, betont Reinthaler. Generell lautet sein Appell: Wildtierjungen nicht ohne Anlass einfach mitnehmen. Grundsätzlich sei ihre Überlebenschance wesentlich besser in der Natur beziehungsweise in der Umgebung der Eltern als in menschlicher Obhut, denn auch das Auswildern nach erfolgreichem Aufpäppeln sei nicht immer einfach.
Bitte um Rücksichtnahme
„Wir Jäger teilen mit anderen Naturbegeisterten die Freude an der Frühlingszeit, wo es eine Vielfalt an neuem Leben gibt und bitten um Rücksichtnahme auf unsere Wildtiere und Pflanzenwelt“, erklärt Reinthaler und bittet um Beachtung von grundlegenen Verhaltensregeln im Wald.


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