Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

HOCHBURG-ACH. Es nieselt an diesem Nachmittag. Der Nebel hängt tief über den Dächern der Burghauser Altstadt, selbst die längste Burg der Welt ist kaum zu erkennen. Eigentlich kein guter Tag, um draußen zu sein. Eigentlich. An der Aussichtsplattform des Panoramawegs an der Salzachhangkante unterhalten sich zwei Männer in dunklen Schutzanzügen. Das Wetter macht ihnen nichts aus, der Regen perlt an ihrer Schutzkleidung ab. Ein Helm schützt auch den Kopf.

Die Wacker-Werkfeuerwehr sammelte am Salzachhang Müll. (Foto: Georg Willmerdinger/Wacker Chemie AG)
Die Wacker-Werkfeuerwehr sammelte am Salzachhang Müll. (Foto: Georg Willmerdinger/Wacker Chemie AG)

„Für unsere Arbeit ist ein Tag wie heute der beste, den man sich vorstellen kann“, sagt der eine. „Immerhin regnet es nicht in Strömen. Die Sonne brennt nicht herunter und wir schwitzen nicht in unserer Schutzausrüstung.“ „Unsere Arbeit“, damit meint Rainer Schmidhuber die Müllsammelaktion der Wacker-Werkfeuerwehr am Rande des Panoramawegs. „An solchen Aussichtspunkten häuft sich immer Müll an. Als Burghauser kennt man die Stellen. Gedankenlose Wanderer werfen ihre Pappbecher einfach den Hang hinunter. Ganz nach dem Motto – aus den Augen, aus dem Sinn. Was dann damit passiert, ist ihnen meistens wurscht“, erzählt der Feuerwehrler. Ihm sei das aber eben nicht wurscht.

Rainer Schmidhuber und Sebastian Nock

„Eines Tages beim Gassigehen mit meinem Hund dachte ich mir, das muss nicht sein. Nach einem Gespräch mit meinem Chef bin ich dann an die Stadt Burghausen herangetreten und habe angeboten, dass wir den Müll am Salzachhang für sie kostenlos wegräumen.“ „Wir“, das sind Rainer Schmidhuber und Sebastian Nock. Beide sind ausgebildete Höhenretter bei der Werkfeuerwehr. Ähnliche Aktionen wurden in der Vergangenheit bereits vom hiesigen Alpenverein durchgeführt. „Aber ich fand, Wacker sollte sich hier auch engagieren. Was die Stadt dann auch dankend annahm“, sagt Rainer Schmidhuber überzeugt. Gut ausgestattet mit etlichen Müllsäcken und Greifzangen sammeln die beiden Männer über eine Stunde lang rund 80 Liter Müll. Dabei finden Schmidhuber und Nock hauptsächlich Pappbecher, Flaschen, Scherben und Dosen aller Art. „Grausiges ist glücklicherweise nicht dabei. Nur das Übliche, das an solchen Sammelpunkten oft achtlos weggeworfen wird“, erzählt Nock. „Da die Gärtner der Stadt Burghausen kurz vorher die Böschung zurückgeschnitten haben, ist es für uns auch nicht ganz so umständlich wie ursprünglich gedacht.“

Nebstbei Übungsgelegenheit für Höhenrettung

Ganz uneigennützig ist die Aktion der Feuerwehrler aber nicht: Bei dieser Gelegenheit können die zwei Höhenretter gleich gut üben, sich gegenseitig zu sichern und wie man die Seile entsprechend benutzt. Sebastian Nock sammelt den Müll am Hang. Er ist mit zwei Seilen angebunden. Eins davon ist die Sicherung, das andere ein Lastseil. Rainer Schmidhuber sichert ihn von oben herab. Beide sind erfahrene Höhenretter, Nock ist schon seit fünf Jahren dabei, der Leiter der Höhenretter Schmidhuber macht das sogar schon seit 17Jahren. Zu seinem Job gehören nicht nur die Höhenrettungen an sich, sondern auch alles, was damit zu tun hat: Er bildet aus und nimmt Prüfungen ab. Er bearbeitet Bestellungen, organsiert Übungen und ist als Fachberater in den Betrieben unterwegs. Außerdem gehört es auch zu seinen Aufgaben, die Seilbücher mit den Übungsstunden der insgesamt 18 Höhenretter bei der Burghauser Werkfeuerwehr zu checken.

Nächstes Jahr grüßt das Murmeltier

„Wir Höhenretter übernehmen ähnliche Aufgaben wie Industriekletterer. Wie Risse an sehr hohen Behältern zu entdecken oder im Rahmen von TÜV-Prüfungen Mitarbeiter in Behälter abzuseilen. Das sind unter anderem unsere Aufgaben bei der Höhenrettung“, sagt Schmidhuber. „Da sind Aktionen wie die am Salzachhang für mich und mein Team schon eine willkommene Abwechslung. Sebastian und ich würden das im nächsten Jahr sehr gerne wieder machen“, sagt Schmidhuber mit einem Augenzwinkern. „Und vielleicht schneit es dann ja sogar.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

RoSi-Rastplatz in Braunau feierte 25 Jahre Menschlichkeit und Toleranz

RoSi-Rastplatz in Braunau feierte 25 Jahre Menschlichkeit und Toleranz

BRAUNAU. Seit 25 Jahren gibt es in Braunau den RoSi-Rastplatz, Österreichs einzigen betreuten Rastplatz für durchreisende Roma und Sinti. Das ...

Tips - total regionalSabrina Kastenauer
Blutspender aus dem Bezirk Braunau für ihren Einsatz ausgezeichnet

Blutspender aus dem Bezirk Braunau für ihren Einsatz ausgezeichnet

BEZIRK BRAUNAU. Blut ist durch nichts zu ersetzen und wird tagtäglich dringend benötigt. Ob nach Unfällen, bei Operationen oder zur Behandlung ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Mama-Babytreff am Krankenhaus Braunau feiert einjähriges Bestehen

Mama-Babytreff am Krankenhaus Braunau feiert einjähriges Bestehen

BRAUNAU. Seit einem Jahr bietet der Mama-Babytreff „HerzensZeit“ im Krankenhaus Braunau jungen Müttern einen Ort für Austausch, Fragen ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Nachhaltigkeitsmarkt im Schloss Ranshofen

Nachhaltigkeitsmarkt im Schloss Ranshofen

BRAUNAU-RANSHOFEN. Der Nachhaltigkeitsmarkt im Schloss Ranshofen stellt Wiederverwendung, Reparatur und bewussten Konsum in den Mittelpunkt. ...

Tips - total regionalSabrina Kastenauer
Information und Gedächtnistraining zum Thema Demenz im Bezirk Braunau

Information und Gedächtnistraining zum Thema Demenz im Bezirk Braunau

BRAUNAU/HOCHBURG-ACH. Die Demenzservicestelle Braunau der MAS Alzheimerhilfe bietet in Braunau und Hochburg-Ach kostenlose Veranstaltungen für ...

Tips - total regionalSabrina Kastenauer
Am 3. Oktober erklingen wieder die Sirenen anlässlich des Zivilschutz-Probealarms

Am 3. Oktober erklingen wieder die Sirenen anlässlich des Zivilschutz-Probealarms

OÖ. Am Samstag, 3. Oktober, findet wieder der bundesweite Zivilschutz-Probealarm statt. Der OÖ Zivilschutz nimmt den Tag zum Anlass, Familien ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Weitere Beiträge