Qualzuchthund in Franking ausgesetzt
LOCHEN/FRANKING. Am Sonntagnachmittag haben Spaziergänger am Holzöstersee einen herrenlosen, ängstlichen Hund gefunden und zum Tierschutzhof Pfotenhilfe Lochen gebracht. Dort hat man den Chip ausgelesen, der jedoch nur in Ungarn mit dem Namen Zoe registriert ist. Die Finder haben bereits einen Pfotenhilfe-Hund und haben sich als große Tierfreunde bereit erklärt, Zoe vorerst bei sich unterzubringen, denn die Pfotenhilfe hat wegen Überfüllung seit letzter Woche einen Aufnahmestopp.

Laut ungarischer Datenbank handle es sich um eine Amerikanische Bulldogge, allerdings um ein Exemplar mit starken Qualzuchtmerkmalen. Entweder ist Zoe bei einer Reise entlaufen oder sie wurde illegal importiert, nicht gesetzeskonform registriert und dann ausgesetzt.
„Die Schnauze ist extrem kurz, wodurch es schon bei geringer Aktivität zu schwerer Atemnot kommen kann. Am häufigsten sieht man solche krankhaften Zuchtmerkmale bei französischen Bulldoggen, die leider zu einer Moderasse wurden und sehr unter den bedenklichen Schönheitsidealen ihrer Halter leiden“, klagt PFotenhilfe-Chefin Johanna Stadler, die schon einige Opfer operieren lassen musste, damit sie frei atmen können. „Vor einem guten Jahr hat Tierschutzminister Rauch Zucht, Verkauf, Import und Erwerb solcher Rassen in Österreich verboten. Aber wie so oft kümmert das kaum jemand und die Tiere müssen weiter leiden, weil die Züchter und Halter nicht kontrolliert werden und Österreichs offene Grenzen schon seit dem Schengenbeitritt 1997 eine Einladung für kriminelle Organisationen darstellen.“
Die Pfotenhilfe bittet daher um Hinweise, falls jemand Zoe und ihren Halter kennt, der sie entweder sucht oder sich wegen Verstößen gegen das das Tierschutzgesetz und auch Tierquälerei nach § 222 des Strafgesetzbuches verantworten muss, wo auch das Aussetzen von Tieren mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.


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