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BEZIRK BRAUNAU. In ganz Österreich tritt mit 1. Jänner 2025 das neue Einweg-Pfandsystem in Kraft, mit dem auch im Bezirk Braunau bedeutende Änderungen in der Abfallwirtschaft umgesetzt werden. Bürgermeister Erich Priewasser, Vorsitzender des Bezirksabfallverbandes Braunau, erklärt die Neuerungen und gibt Tipps, wie der Umstieg auf das neue System reibungslos verläuft.

  1 / 5   Getränkedosen mit Pfandlogo kommen nicht mehr in den Gelben Sack, dafür aber Metalldosen. (Foto: Neuhauser GmbH)

Ab 1. Jänner 2025 wird das Einweg-Pfandsystem für Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall eingeführt. Pro Verpackung werden dann 25 Cent Pfand eingehoben, das betrifft alle Kunststoffflaschen und Metalldosen von 0,1 bis drei Liter. Sie sind durch ein Pfandlogo gekennzeichnet und können in allen Verkaufsstellen zurückgegeben werden – ausgenommen bei Getränkeautomaten und Lieferdiensten.

Zusätzlich stellt Österreich auf eine einheitliche Mix-Sammlung für Leicht- und Metallverpackungen um. Im Bezirk Braunau erfolgte diese bereits seit 2023 einheitlich im Gelben Sack. Damit orientiert sich Österreich an ähnlichen Systemen wie jenen, die beispielsweise im Nachbarland Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt wurden.

Wie funktioniert die Rückgabe?

Flaschen und Dosen mit dem Pfandlogo können an den Verkaufsstellen retourniert werden, wo sie ursprünglich gekauft wurden. Voraussetzung für die Rückgabe ist ein gut sichtbares Pfandlogo und ein lesbarer Barcode. Außerdem muss die Flasche oder Dose bei der Rückgabe leer und unzerdrückt sein. „Die Verpackungen müssen unbeschädigt und das Etikett vollständig vorhanden sein, damit die Rückgabe erfolgreich abgewickelt werden kann“, erklärt Erich Priewasser. Bis März 2025 können Hersteller noch Flaschen ohne Pfandlogo produzieren, diese sind bis Ende 2025 im Handel zugelassen und werden weiterhin über den Gelben Sack oder das Altstoff-Sammelzentrum (ASZ) entsorgt.

Auswirkungen auf den Gelben Sack und das ASZ

Die Einführung des Pfandsystems wird laut Priewasser auch den Gelben Sack entlasten, da Getränkeflaschen und -dosen aktuell etwa 30 Prozent des Inhalts ausmachen. „Durch das geringere Volumen wird das Abholintervall im Bezirk Braunau von vier auf sechs Wochen ausgedehnt“, erklärt der Vorsitzende des Bezirksabfallverbandes. Das ASZ wird weiterhin bestimmte Kunststoffe wie Folien, Styropor und Kanister annehmen, während andere Leichtverpackungen im Gelben Sack verbleiben. Auch Dinge, die im Gelben Sack viel Platz benötigen, sollte man im ASZ abgeben.

Ökologische Ziele

Kunststoff und Aluminium sind wichtige Wertstoffe, die nach dem Gebrauch gesammelt und wieder dem Recyclingkreislauf zugeführt werden sollten. Mit dem neuen System soll die Sammelquote erhöht werden: Bis 2027 müssen 90 Prozent der PET-Flaschen recycelt werden, aktuell liegt die Quote in Österreich nur bei 70 Prozent. Durch das Pfand wird hochwertiges Recycling gefördert, da PET und Aluminium als wertvolle Rohstoffe mehrfach genutzt werden können, was Primärressourcen und CO2-Emissionen spart.

Herausforderungen und Chancen für die Region

Für Bürger im ländlichen Raum könnte die Umstellung zunächst gewöhnungsbedürftig sein, aber Priewasser ist optimistisch: „Die Rückgabeautomaten werden in den meisten Supermärkten zugänglich sein. Die bisherigen Erfahrungen in Ländern mit Pfandsystemen zeigen, dass es sich positiv auf die Umwelt auswirkt.“

Tipps für den Start

Für einen reibungslosen Start empfiehlt es sich, generell auf Mehrwegverpackungen umzusteigen. Ab 2025 wird ein Viertel aller Getränkeverpackungen im Handel als Mehrweggebinde angeboten, wodurch schon die Auswahl deutlich größer wird. „Generell gilt: Die beste Verpackung ist die, die gar nicht erst produziert werden muss“, fasst Priewasser zusammen.


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