Nur halb so viele Privatkonkurse, dafür Zunahme bei Firmeninsolvenzen
BRAUNAU. Während die Zahl der Privatkonkurse österreichweit erstmals nach fünf Jahren wieder kräftig anstieg, verzeichnet der Bezirk Braunau einen Rückgang von über 50 Prozent. Auch bei den Unternehmensinsolvenzen verhält es sich im Bezirk entgegen dem bundesweiten Trend.

Insgesamt 47 Personen schlitterten im Bezirk Braunau im Jahr 2015 in die Privatinsolvenz. Das sind um 50 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Generell ist Oberösterreich eines von nur drei Bundesländern, das einen Rückgang bei Privatinsolvenzen verzeichnet (minus 5,4 Prozent). Denn österreichweit gesehen stieg die Zahl der Privatkonkurse mit 9900 mit über vier Prozent erstmals seit fünf Jahren wieder kräftig an. Laut den Statistiken des Gläubigerschutzverbandes Creditreform ist der „typische“ Schuldner männlich, zwischen 30 und 50 Jahre alt, arbeitslos, lebt in Wien und verfügt nur über eine unterdurchschnittliche Bildung. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit und die steigenden Lebenshaltungskosten würden zu mehr Insolvenzen führen. Auch der allgemeine Konsumdruck spiele eine große Rolle.
Mehr Unternehmen insolvent
Bei den Unternehmen verhält es sich im Bezirk genau umgekehrt: Diese haben 2015 um sechs Prozent auf insgesamt 39 zugenommen. In Oberösterreich sanken sie hingegen um über 9 Prozent auf 651 und österreichweit gesehen sanken die Zahlen mit 5422 auf das niedrigste Niveau seit 13 Jahren. Betroffen ist dabei vor allem die Baubranche und die Gastronomie. Managementfehler, Kapitalmangel und verschärfter Wettbewerb sieht Creditreform dabei als die Hauptursachen für Insolvenz.


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