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BRAUNAU. Rund ein Drittel der Gemeinden in Oberösterreich verliert Einwohner, die es in die Ballungsräume zieht. Wie Tips bereits berichtete, ist der Bezirk Braunau von dieser Landflucht weitestgehend verschont – nicht zuletzt dank der florierenden Wirtschaft. Viele Betriebe entscheiden sich bewusst für einen Standort in der Region, schaffen hier Arbeitsplätze und tragen damit zu einem attraktiven Lebensstandard bei.

INKOBA Lengau
INKOBA Lengau

Braunau, Mattighofen, Mauerkirchen – diese drei Gemeinden im Bezirk Braunau konnten in den Jahren von 2010 bis 2016 die meisten Zuzüge von Einwohnern erzielen. Der gute Mix aus Arbeitsplätzen, Freizeitangeboten und Einkaufsmöglichkeiten scheint hier das Erfolgsrezept zu sein. Ebenso wie in sehr vielen anderen Gemeinden des Bezirks, die laut Statistik Austria einen positiven Wanderungssaldo vorweisen können.

Wirtschaft trägt zum Lebensstandard bei

Ein entscheidender Faktor für die Attraktivität einer Region ist die wirtschaftliche Situation, weiß der Leiter der Wirtschaftskammer Braunau Klaus Berer: „Je höher der Entwicklungsstand der regionalen Wirtschaft ist, desto höher ist der Lebensstandard in der Region.“ Immer mehr Gemeinden versuchen daher, aktiv Unternehmen anzusiedeln und schließen sich dazu auch zusammen, wie die mittlerweile vier INKOBA-Vereine im Bezirk Braunau sowie die Vereinigung Wirtschaftspark Innviertel zeigen. INKOBA steht für Interkommunale Betriebsansiedlung und ist eine gemeindeübergreifende Kooperationsgemeinschaft mit dem Ziel, Betrieben optimale Rahmenbedingungen für die Ansiedlung zu schaffen und Gemeinden bei der Vermarktung ihrer betrieblichen Standorte zu unterstützen.

Erfolgsprojekt INKOBA

Dass dies von Unternehmen gerne angenommen wird, zeigt etwa INKOBA Lengau mit derzeit neun Firmen, die sich hier in den letzten zehn Jahren angesiedelt haben, zwei bauen noch in diesem Jahr. „Der Zuzugstrend wird bei uns in den nächsten Jahren nicht abreißen“, ist Bürgermeister Erich Rippl sicher. Alleine in den letzten vier bis fünf Jahren sei die Bevölkerung um 200 Personen angewachsen. Die Wahl-Lengauer kommen dabei oft aus anderen Bundesländern und auch Deutschland.

Gesamtpaket muss stimmen

Rippl weiß jedoch auch, dass das Gesamtpaket stimmen muss, um als Wohngemeinde attraktiv zu sein: „Es bringt nichts, wenn man Arbeitsplätze hat, aber kein Angebot für Familien.“ Dazu zählen entsprechende Kinderbetreuungsangebote und Freizeitmöglichkeiten. „Oft fragen Familien schon im Vorhinein ab, was in der Gemeinde angeboten wird, bevor sie sich entschließen, hierher zu ziehen“, erzählt Rippl.

Moderate Grundstückspreise

Was nicht nur Familien, sondern auch immer mehr Unternehmen zudem dazu verleitet, sich im Bezirk anzusiedeln, sind die (noch) leistbaren Grundstückspreise – vor allem im Vergleich zum angrenzenden Bundesland Salzburg. So errichteten etwa die Salzburger Unternehmen Palfinger oder ATP Klein in Lengau Werke. Die Firma Zaltech verlegte gar ihren Firmensitz von Bergheim bei Salzburg nach Moosdorf und die Firma Wenatex siedelte sich in Braunau an.

Herausforderung Infrastruktur

Neben günstigeren Grundstückspreisen seien aber auch die bessere Verfügbarkeit von Fachkräften und die freiere räumliche Entfaltungsmöglichkeit in der Region wichtige Faktoren für die Standortentscheidung vieler Unternehmen, betont Berer: „Wir erleben es in den letzten Jahren schon und der Trend wird sich bei uns sicher noch fortsetzen und verstärken, dass sich Betriebe hier niederlassen. Dazu müssen aber noch einige Anstrengungen bezüglich Breitbandausbau, Verkehrsinfrastruktur und öffentlicher Verkehr unternommen werden.“

Pendlern Jobchancen im Bezirk aufzeigen

Um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu halten, wird es laut Berer eine weitere Herausforderung der Zukunft sein, Fachkräften, die derzeit aus der Region Richtung Salzburg pendeln, die vielfältigen Jobchancen im Bezirk Braunau und die damit verbundenen Annehmlichkeiten aufzuzeigen. „Etwa dass man auf dem Weg zur Arbeit nicht im Stau steht, man wesentlich kürzere Anfahrtswege hat und das Landleben allgemein viele Vorteile hat“, erklärt Berer.


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