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LENGAU. In Lengau entstehen derzeit 14 barrierearme Mietwohnungen für Senioren ab 65 Jahren und mit Pflegestufe eins bis drei. Das Pilotprojekt, das in dieser Form erstmals in Oberösterreich so errichtet wird, soll im Sommer dieses Jahres bezugsfertig sein.

  1 / 2   v. l.: Stefan Bichler (Obmann-Stellvertreter des Sozialhilfeverbandes Braunau), Erich Rippl (Bürgermeister Gemeinde Lengau), Wolfgang Hattmannsdorfer (Landesrat für Soziales, Integration und Jugend der OÖ Landesregierung), Christoph Kienast (Vorstandsdirektor der Vorstandsdirektor der LAWOG Gemeinnützige Landeswohnungsgenossenschaft OÖ), Johann Stroblmair (Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime der Franziskanerinnen von Vöcklabruck GmbH) (Foto: Fotografie Rieder)

Angesichts des demographischen Wandels der Bevölkerung und einer daraus resultierenden rasch steigenden Anzahl an älteren Menschen, plant die Gemeinde Lengau „eine neuartige Form der Betreuung der älteren Generation“, erklärt Wolfgang Hattmannsdorfer, Landesrat für Soziales, Integration und Jugend. Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck beschreiten somit neue Wege in der Begleitung von Senioren und ermöglichen ab Sommer 2023 in Kooperation mit der LAWOG Oberösterreich, dem Sozialhilfeverband Braunau und der Oberösterreichischen Landesregierung, Sozialabteilung, altersgerechtes und bedürfnisorientiertes Wohnen und Leben in Lengau.

Fertigstellung für Sommer 2023 geplant

Im Bau befinden sich aktuell 14 Mietwohnungen mit einer Größe von 42 bis 52 Quadratmeter, die modernen und familiären Wohnraum für Senioren mit Betreuungs- und Pflegebedarf der Stufe eins bis drei bieten. Das Pilotprojekt mit dem Namen „Vitales Wohnen“ schließt künftig die Lücke zwischen mobiler Betreuung und Langzeitpflege in Alten- und Pflegeheimen. Das Ziel ist, dass die ältere Generation in der neuen Einrichtung „möglichst gut selbständig leben kann aber auch pflegerisch gut betreut wird“, erklärt Hattmannsdorfer.

Betreuung in der Region sicherstellen

Bei der Betreuung der Senioren möchte man gezielt auf ehrenamtliche Hilfe durch Vereine und Nachbarn setzen. Deshalb hat man für das „Vitale Wohnen“ auch den Standort in Lengau gewählt, da die Gemeinde eine sehr gute Vereinsstruktur aufweist und das Ehrenamt stärken möchte. Die Pflege der Senioren muss hochprofessionell sein, die soziale Betreuung darf aber auch ehrenamtlich ausgeübt werden. Wie besonders diese Zusammenarbeit ist, das weiß auch Johann Stroblmair, Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, die für die professionelle Pflege der älteren Menschen zuständig sind: „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass das 'Vitale Wohnen' eine Wohnmöglichkeit für Menschen darstellt, die eigentlich noch sehr selbstständig leben können aber eine soziale Stütze brauchen, die ihnen bei ihrer täglichen Lebensführung hilft.“ Außerdem ist das Pilotprojekt Teil des Generationenhauses „Kleeblatt“, das die Betreuung von den Kleinsten bis zu den Ältesten bietet. Zur aktiven Freizeitgestaltung der älteren Generation wurde zudem ein Seniorentreff mit vielfältigen Aktivitäten für Senioren errichtet.

Kosten für die Bewohner

Vor dem Einzug wird eine Mietvereinbarung zwischen der Alten- und Pflegeheime GmbH und dem jeweiligen Mieter abgeschlossen. Von dem Mieter sind 50 Prozent der jeweiligen aktuellen Pflegegeldstufe, jedoch mindestens 50 Prozent in der Höhe der Pflegegeldstufe zwei, zu leisten. Von den nicht (durch Pflegegeld) gedeckten Kosten werden 50 Prozent aus Mitteln der Sozialhilfe des Landes Oberösterreich und 50 Prozent vom Sozialhilfeverband Braunau gefördert. Neben der Abfuhr eines Teiles des Pflegegeldes ist zusätzlich mit einem ungefähren Mietzins von neun Euro pro Quadratmeter zu rechnen.

Anmeldung und Einzug

Es besteht auch die Möglichkeit, mit einem Partner in die Zweiraumwohnungen des „Vitalen Wohnens“ einzuziehen. Willkommen sind natürlich auch Bürger aus anderen Gemeinden des Bezirks, solange s die Anforderungen erfüllen. Die Anmeldung erfolgt bei der Gemeinde Lengau oder bei den Franziskanerinnen in Maria Schmolln. Derzeit befinden sich bereits 38 Personen auf der Warteliste, der Aufnahmeprozess wird nach dem „first come, first serve“-Prinzip erfolgen, wobei vorab die Voraussetzungen für die Aufnahme gecheckt werden.

Nächste Infoveranstaltung: Donnerstag, 9. Februar, in Lengau
Mehr Infos gibt es HIER

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