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Gespaltene Stimmung wegen neuem Vertragsmodell in der Entwicklungsgesellschaft von KTM

Walter Horn, 12.10.2023 16:09

MATTIGHOFEN. Die Einführung eines neuen Vertragsmodells sorgt bei KTM F&E, der Entwicklungsabteilung von KTM, für Irritationen in der Belegschaft.

In den KTM-Bikes steckt jede Menge Forschungsarbeit. (Foto: H. Mitterbauer)
In den KTM-Bikes steckt jede Menge Forschungsarbeit. (Foto: H. Mitterbauer)

„Bei KTM gab es historisch immer All-In-Verträge“, erklärt Finanzvorstand Viktor Sigl. „Das hat auf beiden Seiten zu Unzufriedenheit geführt; bei den Mitarbeitern vor allem wegen der fehlenden Flexibilität in Richtung Zeitausgleich.“

Bei dem neuen Modell werde von All-In-Verträgen, die bei einer Normalarbeitszeit von 38,5 Wochenstunden sämtliche Überstunden enthalten, auf Zeiterfassung umgestellt.

Damit werden die Überstunden erstmals erfasst (und mit dem 1,5-fachen Satz bezahlt), zudem können die Mitarbeiter wählen, ob sie ihre Überstunden als Zeitausgleich oder Zusatzzahlung ersetzt bekommen.

Allerdings ist in dem Vertrag eine Pauschale enthalten: Wer pro Monat auf weniger als fünf Überstunden kommt, bekommt entsprechend weniger bezahlt.

Das entspricht de facto einer 40-Stunden-Woche, wenn man bei 100 Prozent des bisherigen Einkommens bleiben will. Mehrarbeit über diese Grenze hinaus wird aber attraktiver – was auch vom Unternehmen beabsichtigt ist, wie Vorstand Sigl bestätigt.

Der KTM F&E-Betriebsratvorsitzende Wolfgang Brunhofer räumt ein, dass die Stimmung in der Belegschaft „gespalten“ sei. Manche fühlten sich gedrängt, andere seien von der Wahlmöglichkeit begeistert. Die Verträge seien auf jeden Fall „rechtlich okay“ und auch mit der Gewerkschaft abgestimmt.

Fast wortgleich, aber unabhängig voneinander, meinten sowohl Sigl als auch Brunhofer: „Am meisten regen sich diejenigen auf, die bisher keine Überstunden machten.“

Dass jemand wegen der Unterschrift unter Druck gesetzt wurde oder künftig Nachteile zu erwarten hat, bestreiten beide. Brunhofer: „Die Unterschrift wird schon erwartet, aber wer nicht unterzeichnet, bleibt eben beim alten Vertrag.“ Sigl: „Wir wollen diese Verträge flächendeckend haben. Wenn viele unterzeichnen, entsteht natürlich eine gewisse Gruppendynamik.“


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