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BRAUNAU. Die aktuell wirtschaftlich angespannte Lage in Österreich zwingt viele Unternehmen zu Umstrukturierungen und Einsparungen. Solche Maßnahmen, die oft Arbeitsplatzunsicherheit und zusätzliche Arbeitslasten mit sich bringen, können zu einem Klima der Angst führen und begünstigen Konflikte und Mobbing am Arbeitsplatz. Hilfe dabei bietet etwa Treffpunkt mensch & arbeit in Braunau.

Susanne Lew ist Mobbingreferentin bei Treffpunkt mensch & arbeit in Braunau. (Foto: privat)
Susanne Lew ist Mobbingreferentin bei Treffpunkt mensch & arbeit in Braunau. (Foto: privat)

Besonders betroffen sind Mitarbeiter, die aufgrund neuer Strukturen unter erheblichem Druck stehen und sich in einem ungewohnten Arbeitsumfeld beweisen müssen.

Fallbeispiel zeigt Probleme

Ein Beispiel dafür ist der Fall von Frau S., einer langjährigen Sachbearbeiterin in einer Firma, die aufgrund von Einsparungen gegen ihren Willen in eine neue Abteilung versetzt wurde. Trotz ihrer Loyalität und Freude an der Arbeit war der Wechsel für sie ein schwerer Schlag: Statt einer gründlichen Einarbeitung und Unterstützung von Kollegen wurde sie mit zusätzlichen Aufgaben konfrontiert und erlebte ein zunehmend feindseliges Arbeitsklima.

Schon bald entstand ein Konflikt mit ihrer Kollegin Frau A., die ebenfalls unter Druck stand und keine Geduld für eine zusätzliche Einschulung aufbrachte. Im Zuge der belastenden Umstrukturierung begann Frau A. Frau S. vor anderen abfällig zu beschreiben. Ein Teufelskreis entstand: Weitere Kollegen stellten sich auf die Seite von Frau A., sodass Frau S. in der neuen Abteilung zunehmend isoliert wurde. Mangelnde Unterstützung, versteckte Informationen und abwertende Kommentare führten dazu, dass Frau S. sich hilflos und unerwünscht fühlte. Die Belastung wuchs so weit an, dass Frau S. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und wiederkehrende Migräneanfälle entwickelte. Ihre Krankenstände, die dadurch unvermeidlich wurden, verschärften die Situation weiter.

Dieser Fall zeigt, wie schlecht durchdachte Umstrukturierungen ein Klima der Unsicherheit und Rivalität schaffen können. Um den eigenen Arbeitsplatz zu sichern, entwickeln manche Kollegen Rivalitäten und Schikanen, so die Betriebsseelsorge Oberösterreich, die seit Jahren die Auswirkungen von Mobbing dokumentiert und Unterstützung bietet.

Negativspirale durchbrechen

Experten raten, dass Betroffene frühzeitig handeln sollten, anstatt Konflikte hinzunehmen. Der Betriebsrat, Vertrauenspersonen im Unternehmen oder spezielle Beratungsstellen bieten erste Anlaufstellen. Hilfe bietet etwa Treffpunkt mensch & arbeit in Braunau, das Mobbingtelefon jeden Montag von 17 bis 20 Uhr oder auch ein schriftlicher Kontakt über ein Online-Formular.

Kontakt: Mobbingtelefon: 0732 7610-3610, Web: www.mobbingtelefon.at


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