Befragung zeigt: Mehrheit der Betriebe im Bezirk Braunau blickt positiv in die Zukunft
BEZIRK BRAUNAU. Während Schlagzeilen von Konjunkturflaute, steigender Arbeitslosigkeit und Standortproblemen dominieren, zeichnet eine aktuelle Unternehmerbefragung der Wirtschaftskammer (WKO) Braunau ein differenzierteres Bild. Unter dem Titel „Stimmung vs. Realität“ präsentierten Obmann Klemens Steidl und Leiter Klaus Berer die Ergebnisse einer Erhebung, an der 393 von rund 3.400 angeschriebenen Betrieben teilnahmen.

Die Kernaussage: Die wirtschaftliche Realität im Bezirk sei besser als ihr Ruf. 56 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 59 Prozent erwarten für die Jahre 2026 bis 2027 eine positive Entwicklung. Besonders bemerkenswert: Mehr Betriebe planen Personalaufbau anstatt -abbau. Rund ein Viertel der Unternehmen möchte heuer neue Mitarbeiter einstellen – vor allem Facharbeiter, Lehrlinge und technische Fachkräfte sind gefragt.
Hohe Arbeitslosenquote im Bezirk
Zwar liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk Braunau weiterhin über dem oberösterreichischen Durchschnitt und zählt zu den fünf höchsten im Bundesland, doch auch andere Bezirke verzeichnen steigende Zahlen. Als Hauptgrund dafür gelten in letzter Zeit weggefallene, gut bezahlte Industriearbeitsplätze. Diese werden laut Berer aufgrund struktureller Veränderungen auch nicht mehr im selben Ausmaß zurückkehren. Umso wichtiger sei es, rasch neue Chancen zu ergreifen und Qualifikationen anzupassen.
Gründe für die aktuelle Stimmung
Als Gründe für die allgemein verhaltene Stimmung nennen die Unternehmer vor allem hohe Energie- und Personalkosten, internationale Nachfrageschwäche, zunehmende Bürokratie sowie geopolitische Unsicherheiten. Auch Lieferkettenrisiken, Wettbewerbsdruck aus China und der technologische Wandel durch Künstliche Intelligenz stellen die Betriebe vor Herausforderungen.
„Braunau ist leistungsfähig“
Obmann Steidl ruft zu mehr Zuversicht auf: „Wir müssen aufhören, unseren Standort schlechter zu reden, als er ist. Braunau ist leistungsfähig – aber wir brauchen auch wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen.“ Dabei spricht er etwa von Bürokratieabbau, einer Senkung der Lohnnebenkosten und wettbewerbsfähige Energiepreise.


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