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Kaufangebot für Braunauer Stadttheater liegt auf dem Tisch

Sabrina Antlinger, 20.02.2026 10:11

BRAUNAU. Für das seit Jahren leerstehende, denkmalgeschützte Stadttheater in der Theatergasse 7 liegt der Stadt ein konkretes Kaufangebot vor: Der Verein „Haus der Verantwortung“ bietet 50.000 Euro für die Liegenschaft. Das Gebäude soll anschließend umgebaut und als Forschungs- und Begegnungsstätte neu genutzt werden. Nach Angaben der Initiatoren würden für Planung und Sanierung rund fünf Millionen Euro anfallen.

Das Braunauer Stadttheater in der Theatergasse (Foto: Agentur E. Marschall e.U.)
Das Braunauer Stadttheater in der Theatergasse (Foto: Agentur E. Marschall e.U.)

Das Objekt wurde 1624 als Kapuzinerkirche geweiht, später unter anderem als Waffenlager und Schlachthaus genutzt, bevor es 1853 zum Theater umgewandelt wurde. Gespielt wurde dort lange, doch der Zustand des Hauses verschlechterte sich über Jahrzehnte. Spätestens seit der Corona-Zeit, als das Gebäude zeitweise frei zugänglich war und als Teststraße diente, steht das sanierungsbedürftige Haus, das der Stadt gehört, leer.

Stadt kann Sanierung derzeit nicht stemmen

Die Stadt Braunau könne in ihrer aktuellen finanziellen Lage eine umfassende Sanierung nicht selbst umsetzen. Bereits der OÖ. Landesrechnungshof regte in einem Prüfbericht an, das Gebäude zu veräußern oder zumindest an einen Verein zu vermieten, um langfristige Belastungen zu reduzieren. Auch der interessierte Verein verweist darauf, dass es in Braunau mit anderen Einrichtungen bereits ausreichend Veranstaltungsräume gebe, daher sei eine neue Nutzung des Stadttheaters sinnvoller als ein kostspieliger Erhalt ohne Perspektive.

Wer hinter dem Projekt steht

Als Obmann des Vereins fungiert der Wiener Diplomingenieur Eduard Schmiege. Im Umfeld der Initiative wirkt auch der Politologe Andreas Maislinger mit. Als Investor wird zudem der in Braunau aufgewachsene Rechtsanwalt Cary Lowe genannt. Das Ziel: In der Theatergasse 7 soll ein „Haus der Verantwortung“ entstehen, als Bildungs-, Forschungs- und Begegnungsort mit internationaler Ausrichtung.

Diskussion um den Verkehrswert

Der angebotene Kaufpreis von 50.000 Euro sorgt jedoch für Gesprächsstoff. In den Unterlagen wird der Betrag unter anderem mit dem Zustand des Gebäudes und den Vorgaben des Denkmalschutzes argumentiert. Gleichzeitig heißt es, dass ein von der Stadt beauftragtes Gutachten den Verkehrswert deutlich höher ansetze, nämlich bei rund 400.000 Euro. Der Verein betont hingegen, beim Umbau und beim späteren Betrieb nicht sparen zu wollen. Für die ersten acht Jahre des Projekts wird ein Gesamtinvestitionsrahmen von etwa zehn Millionen Euro inklusive Aufbauphase, Umbau und laufendem Betrieb genannt.

Zeitplan, Betriebskosten und Bedingungen

Nach dem skizzierten Zeitplan würden Planung und Umbau rund vier Jahre dauern, eine Eröffnung wird für 2030 in Aussicht gestellt. Die jährlichen Betriebskosten beziffert der Verein mit etwa einer Million Euro. Fix ist diese Finanzierung allerdings noch nicht: Das Kaufangebot ist bis 31. März 2026 befristet. Bis dahin ersucht der Verein um eine Rückmeldung der Stadt, ob das Projekt grundsätzlich gewünscht ist.


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