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Frauenpower im Erotik-Imperium: Monroe Toyparty wächst über Grenzen hinaus

Petra Hanner, 18.02.2026 11:00

ST. MARTIN/HERZOGSDORF. Die Geburtsstunde von Monroe Toyparty schlug 2014 im zwölf-Quadratmeter-Büro von Alexandra Lackinger (39) in Herzogsdorf. Heute ist daraus ein internationales Unternehmen mit rund 180 Beraterinnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz geworden. Der Direktvertrieb für Erotikspielzeug, Dessous und Bodycare, dessen Zentrale seit einigen Jahren in St. Martin angesiedelt ist, ist nach einer Expansion der größte Toyparty-Anbieter im deutschsprachigen Raum.

Monroe-Gründerin und Chefin Alexandra Lackinger (Foto: Monroe Toyparty e.U.)
  1 / 2   Monroe-Gründerin und Chefin Alexandra Lackinger (Foto: Monroe Toyparty e.U.)

Bevor Alexandra Lackinger den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, arbeitete sie ein Jahr lang für eine deutsche Erotikvertriebsfirma. „Da ist viel schiefgelaufen“, erinnert sie sich. Unzufrieden mit der Firmenphilosophie und bestärkt durch ihren Ehemann, entschloss sie sich zu einer eigenen Gründung. Monroe Toyparty war geboren, damals noch unter anderem Namen.

Sprung über Grenzen

Heute managt die Mutter eines Teenagers Beraterinnen in drei Ländern. Der große Umbruch kam im Vorjahr, als eine deutsche Toyparty-Firma insolvent wurde. „Etwa 110 Beraterinnen haben wir übernommen und ihnen ein neues Zuhause gegeben. Fast zeitgleich hat sich aber auch ein Schweizer Unternehmer gemeldet und mir seine Firma angeboten. Momentan war mir das zwar zuviel und ich habe abgelehnt, aber Ruhe hat es mir keine gelassen, weil ich es für eine verschenkte Chance hielt. Und es gibt ja da auch Beraterinnen, die dann auch keine Firma mehr haben“, zeigt sich die soziale Ader der Monroe-Chefin. Also tat sie es doch und startete mit 1. Februar diesen Jahres mit Monroe auch in der Schweiz durch.

Dass gerade eine Mühlviertlerin in der Erotikartikel-Branche so ein großer Fisch ist, lässt manche staunen – und Alexandra Lackinger schmunzeln. „Hin und wieder sagt schon wer zu mir: 'Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass aus dem kleinen Büro so eine große Firma wird und dass das im Mühlviertel funktioniert!' Und ich sage dann: 'Das ist ja wurscht. Sexualität ist ja überall.'“

Standort mit Herz

Mit dem jüngsten Wachstum entstand Bedarf an zusätzlichem Personal. Sechs Mitarbeiterinnen arbeiten nun fix am Standort St. Martin, zu dem auch ein kleiner Shop gehört. Kaufen kann man dort – genauso wie auf den Partys – Dessous, Polterartikel und die eigene Bodycare-Linie, die Lackinger in den Niederlanden produzieren lässt. Und natürlich Liebesspielzeug für Sie und Ihn, das exklusiv für Monroe aus hochwertigem medizinischem Silikon in China unter strengen Qualitätsvorgaben angefertigt wird. Rund 300 Produkte umfasst das gesamte Sortiment.

Design trifft Anspruch

In die Produktentwicklung steckt Alexandra Lackinger jede Menge Energie und Zeit. Farbe und Haptik sind ihr dabei sehr wichtig, die Spielzeuge sollen auf keinen Fall billig und plump aussehen oder sich unangenehm anfühlen. „Feedbacks der Kunden und Beraterinnen fließen natürlich in die Entwicklung und Verbesserung unserer Produkte mit ein“, erzählt die Unternehmerin.

Marke im Wandel

Wie viele Direktvertriebe spürt auch Monroe noch die Nachwirkungen der Pandemie: Die Zahl der Partys ist zurückgegangen, während Onlinehändler profitieren und auch die Rohstoffpreise steigen und steigen. „Weil wir den Fokus auf Qualität bei Design und Materialien legen, sind unsere Produkte natürlich auch hochpreisiger als Massenware aus dem Internet. Dafür sind wir aber immer da, wenn was mal nicht funktioniert. Ich weiß aber natürlich, dass sich das nicht jeder leisten kann. Deshalb bringen wir demnächst eine günstigere, aber dennoch sehr hochwertige Linie auf den Markt, die ich mit sehr viel Herzblut selbst entwickelt habe“, schwärmt Alexandra Lackinger.

Vor zwei Jahren hat sie auch die Tochtermarke „Monamore“ gegründet. Deren Produkte sind vom Design her dezent, neutral verpackt und finden im medizinischen Bereich – etwa in der Physiotherapie für Beckenbodentraining – Anwendung.

In Spitzenwochen finden bis zu 45 Monroe-Partys statt. Der durchschnittliche Gast ist weiblich und zwischen 25 und 35 Jahren alt. „Mich freut es aber, dass zunehmend auch Paare zu unseren Partys kommen“, sagt Lackinger. Denn grundsätzlich gehe es dort sehr lustig zu. Ein offenes Ohr haben die Beraterinnen dennoch für Probleme und Schicksale der Gäste. Schulungen mit Sexologen und Gynäkologen stehen deshalb im Monroe-Team regelmäßig.

Auf zum nächsten Ziel

Nach dem stressigen Jahr will es Alexandra Lackinger nun ein wenig ruhiger angehen. Trotzdem denkt sie schon weiter: „Mein nächstes Ziel steht schon fest, Monroe soll weiter wachsen.“ Wohin die Reise gehen soll, ist momentan noch ein Geheimnis. In der Zwischenzeit möchte sie ein kleines Herzensprojekt „rund um die Liebe“ umsetzen – aber auch hier verrät sie noch nicht mehr.

Was sie sich für die Zukunft wünscht: „Österreich verträgt noch mehr Beraterinnen und wieder ein wenig mehr Geselligkeit. Wir von Monroe Toyparty sind gerne dabei!“


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