SPÖ startet neue Gesundheitskampagne
BEZIRK BRAUNAU. Mit der Kampagne „Platz für Gesundheit – Versorgen statt vertrösten“ macht die SPÖ Oberösterreich auf Probleme im Gesundheitssystem aufmerksam. Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu und Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder verwiesen im Gespräch mit Tips auf steigende Wartezeiten, fehlende Kassenärzte und die zunehmende finanzielle Belastung für Patienten.

Besonders im Innviertel würden viele Menschen bereits tief in die eigene Tasche greifen: Laut einer von der SPÖ präsentierten IFES-Studie haben 67 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr entweder eine private Zusatzversicherung abgeschlossen oder für Leistungen wie Zahnbehandlungen, Impfungen oder Physiotherapie selbst bezahlt. Gleichzeitig sehen 85 Prozent Privatversicherte bei Arztterminen und Operationen im Vorteil.
Vor allem die Situation im Bezirk Braunau bereite Sorgen. Die Ärztedichte bei Vertragsärzten sei die niedrigste in ganz Oberösterreich, zudem seien mehrere Kassenstellen unbesetzt. Bei den Allgemeinmedizinern waren zuletzt fünf von 47 Stellen offen, bei den Frauenärzten eine von vier Stellen. Auch die Wartezeiten bei Fachärzten würden von vielen Bürgern kritisch gesehen.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei planbaren Operationen: Während Patient im Jahr 2022 maximal 44 Wochen auf ein neues Knie warten mussten, sind es Ende 2025 bereits 87 Wochen. Das neue Wartezeitenmonitoring prognostiziert sogar Wartezeiten von bis zu 110 Wochen. Glücklicherweise liegen die Wartezeiten im Innviertel noch darunter, Herausforderungen bei der Versorgung bleiben laut SPÖ aber dennoch bestehen.
Drei Kernforderungen der Kampagne
Die SPÖ fordert deshalb mehr Kassenärzte, verbindliche Höchstwartezeiten von sechs Monaten für planbare Operationen sowie einen stärkeren Ausbau der Gesundheitsprävention. Zudem brauche es mehr Ausbildungsplätze, flexiblere Teilzeitmöglichkeiten und finanzielle Anreize, um junge Mediziner nach Oberösterreich zu holen beziehungsweise im Bundesland zu halten.
Kritik übt die Partei auch an der Finanzierung des Gesundheitssystems. Obwohl die Gemeinden über den Krankenanstaltenbeitrag hohe Summen leisten, hätten sie bei Entscheidungen kaum Mitspracherecht. Die Stadt Braunau zahlt heuer rund 7,7 Millionen Euro Krankenanstaltenbeitrag, in der Gemeinde Lochen beläuft sich der Beitrag auf mehr als eine Million Euro. Ried zahlt 5,7 Millionen und Schärding 2,1 Millionen Euro.
„Gesundheit darf keine Frage des Geldbörserls sein“, betonte die SPÖ bei der Präsentation der Kampagne. Ziel sei es, die medizinische Versorgung insbesondere auch im Innviertel langfristig abzusichern.


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