Nächstes Geschäft in der Braunauer Innenstadt kündigt Schließung an
BRAUNAU. Die Braunauer Innenstadt verliert ein weiteres bekanntes Geschäft: Nach der Schließung der Billa-Filiale und dem angekündigten Aus für den Zagler Bioladen wird nun auch die Thalia-Filiale am Stadtplatz zusperren. Ende Jänner 2027 soll das Geschäft endgültig seine Türen schließen. Damit droht ein weiterer Leerstand im Herzen der Stadt.

Als Grund nennt das Unternehmen die schwierige wirtschaftliche Entwicklung am Standort. Trotz Bemühungen sei kein dauerhaft tragfähiger Betrieb mehr möglich. Damit droht im Zentrum ein weiterer größerer Leerstand. Bereits im Herbst 2024 hatte der Billa seine Filiale am Stadtplatz geschlossen. Auch der Zagler Bioladen, der mehr als 46 Jahre lang ein wichtiger Nahversorger in der Innenstadt war, sperrt zu.
Statement des Braunauer Bürgermeisters
Auf Tips-Anfrage hat Johannes Waidbacher, Braunaus Bürgermeister (ÖVP), folgendes Statement zu den Schließungen in der Innenstadt gegeben: „Die Entwicklung der Innenstädte ist in vielen Städten ein aktuelles und wichtiges Thema, auch bei uns in Braunau am Inn. Der stationäre Handel steht österreichweit und international vor großen Herausforderungen – vom Onlinehandel über verändertes Konsumverhalten bis hin zu steigenden Kosten. Diese Entwicklungen treffen nicht nur unsere Stadt.
Wenn etablierte Betriebe ihre Standorte schließen, ist das für eine Stadt und insbesondere für die Innenstadt immer ein Signal, das wir ernstnehmen. Gleichzeitig ist es wichtig, klar festzuhalten: Über die unternehmerischen Entscheidungen einzelner Betriebe entscheidet nicht die Stadtgemeinde.
Ich sehe die Situation als Auftrag, gemeinsam die Innenstadt aktiv weiterzuentwickeln. Eine attraktive Innenstadt lebt von einem guten Mix aus Handel und Gastronomie, Dienstleistungen und Wohnen, Kultur und Veranstaltungen. Genau hier müssen wir ansetzen und gemeinsam mit den Eigentümern, Betrieben und weiteren Innenstadtakteuren überlegen, wie wir Frequenz schaffen und die Aufenthaltsqualität weiter verbessern können.
Natürlich besteht grundsätzlich die Gefahr eines Kreislaufs: Wenn Angebote verloren gehen, kann das Frequenz kosten, und weniger Frequenz kann wiederum Geschäfte vor Herausforderungen stellen. Genau deshalb ist es wichtig, dieser Entwicklung aktiv entgegenzuwirken.
Beispiele hierfür:
- …die Weiterführung des Stadtmarketings mit gezielten Kampagnen und Aushängeschildern wie dem Brückenzehner.
- ...aktuelle Planungen der Stadtgemeinde zur Attraktivierung der Innenstadt
- ...auch in angespannter Finanzlage Unterstützung von Veranstaltungen wie Stadtfest, Open Air Kino, Linzerstraßenfest und Christkindlmarkt.
Braunau hat nach wie vor eine sehr attraktive historische Innenstadt mit vielen engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern. Unser Ziel muss sein, diese Stärken stärker sichtbar zu machen und die Innenstadt als Ort zu positionieren, an dem man nicht nur einkauft, sondern gerne Zeit verbringt. Dazu gehören eine gute Erreichbarkeit und attraktive Veranstaltungen ebenso wie Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen und neue, zeitgemäße Nutzungskonzepte für leerstehende oder freiwerdende Flächen.
Als Stadtgemeinde können wir nicht jedes Geschäft am Standort halten und auch nicht jede unternehmerische Entscheidung beeinflussen. Wir können aber die Rahmenbedingungen gestalten, Impulse setzen und als Stadtmarketing eine aktive Vermittlerrolle einnehmen. Genau das sehe ich als unsere Aufgabe.
Ebenso wichtig ist der Beitrag jeder und jedes Einzelnen. Wer regional einkauft, Dienstleistungen in der Stadt nutzt oder ein örtliches Gasthaus besucht, trägt dazu bei, dass Wertschöpfung in unserer Region bleibt. Die Innenstadtentwicklung ist deshalb kein kurzfristiges Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe, der wir uns gemeinsam mit den Betrieben und Eigentümern stellen.“








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