Alles im grünen Bereich – Gartenarbeit als Therapiemethode
BURGKIRCHEN. Krankenschwester Andrea Schmid ist ausgebildete Gartentherapeutin. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit trainieren die Patienten fast schon nebenbei Feinmotorik, Konzentration oder Geschicklichkeit und bekommen oft ein Stück Lebensgefühl zurück.

Für die Krankenschwester Andrea Schmid ist ihr Garten ein Ort zum Auftanken. Diese positive Wirkung wollte die Burgkirchnerin auch in ihre Arbeit einbringen und machte in Wien eine Zusatzausbildung zur Gartentherapeutin. Die ersten vor allem positiven Erfahrungen damit sammelte sie während ihrer Tätigkeit im Seniorenheim Mauerkirchen.
Vielfältig einsetzbar
Gartenarbeit als Alternative zu herkömmlichen Therapiemethoden kann laut Schmid in vielen Bereichen eingesetzt werden, sei es in der Geriatrie, der Behindertenarbeit, Psychiatrie oder bei Kindern. Im physischen Bereich kann etwa beim Ernten von Beeren oder Pikieren von Setzlingen die Feinmotorik trainiert werden und im psychischen Bereich kommt sie zum Beispiel bei Demenzerkrankungen zum Einsatz.Ausdauer, Konzentration, Handlungsabläufe planen und umsetzen, Geschicklichkeit, grobe und feine Bewegungen, Gleichgewicht oder Wahrnehmung sind nur einige der möglichen Schwerpunkte.
Großer Erinnerungswert
Vor allem für ältere Leute ist die Therapieform sehr gut geeignet. Aussäen, Ernten, Verarbeiten – all dies kennen sie noch von früher, als sie selbst einen Garten hatten. „Dabei können sie ihre Kompetenzen zeigen. Sie empfinden die Therapie dann nicht als Hilfsmaßnahme, sondern im Gegenteil, hier bekommt ihre Lebenserfahrung wieder einen Wert“, ist Schmid von der Wirkung überzeugt. „Die Lebensgeister kehren wieder zurück, Menschen, die oft schon lethargisch waren, werden plötzlich wieder wach.“ Und auch Patienten, die sich nicht fürs aktive Garteln begeistern können, haben dabei zumindest die Möglichkeit, wieder ein Stück Natur erleben zu können.
Therapie passiert nebenbei
Und noch einen weiteren Vorteil hat die Gartentherapie für Schmid im Vergleich zu gängigen Therapieformen: „Die Therapie passiert fast nebenbei. Sie ist eingebaut in bekannte, alltägliche Tätigkeiten, die von den Patienten als sinnhaft und nachhaltig empfunden werden.“ Eine Tomatenpflanze, die im März gezogen wird, etwa muss gehegt und gepflegt werden, bis sie im August geerntet und genossen werden kann.
Kein Budget für Gartentherapie
Auch wenn das Thema Garten mit Gemeinschaftsgärten und dem „Urban Gardening“ wieder voll im Kommen ist, so ist die Gartentherapie im Pflegebereich noch nicht angekommen, bedauert Schmid: „Leider ist in vielen Einrichtungen kein Budget dafür vorhanden. Viele würden sich das Angebot zwar wünschen, aber dann nur ehrenamtlich.“ Sie steht für mehr Infos zum Thema unter 07724/44156 bereit.


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