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Leserartikel Online Redaktion, 02.05.2015 08:00

DIETMANNS. Der fünfzehnjährige Florian Schlager ist ein Schachtalent. Vor einigen Wochen mit dem ausgezeichneten Erfolg des dritten Platzes von der Landesmeisterschaft heimgekehrt, erzählten er und seine Eltern interessante Geschichten aus der Welt des Schachsports. Sehr passend zur Osterzeit, während der der junge Schachspieler im Jahr 2009 von seinen Eltern sein erstes eigenes Schachspiel erhielt. von ERICH SCHACHERL

  1 / 2   Florian Schlager mit seinen Eltern Friedrich und Eva, die seine Karriere als Schachsportler stark fördern. *********Fotos: Schacherl
Die Liste der bisherigen Turniere, Bewerbe und Partien, die Florian seit seinem Einstieg ins Wettkampfleben des Schachsports bewältigt hat, ist beachtlich, macht bereits drei vollgeschriebene DIN A4 Seiten aus. Staatsmeisterschaften, Landesmeisterschaften, Schülermeisterschaften und so weiter sind dabei, ausgetragen in der Region oder Niederösterreich oder in Österreich. Vater Friedrich ist der akribische Protokoleur der sportlichen Aktivitäten seines Sohnes, er kennt alles, hat viel miterlebt, erzählt auch gerne interessante Geschichten aus diesem Bereich des Lebens. Er sowie Mutter Eva sind stolz auf das Talent und den sportlichen Ehrgeiz, den der Sohn entwickelt hat. Siege und Erfahrung Nicht nur die Liste der Spiele ist lang, auch die Erfolge sind beachtlich: Im Jahr 2014 bei der vierten Teilnahme an der niederösterreichischen (NÖ) Jugend-Landesmeisterschaft erspielte Florian Platz eins und somit die Landesmeisterehre in der Kategorie „U14“. Bester niederösterreichischer Spieler beim gleichen Bewerb, allerdings in der Kategorie „U12“ wurde der Dietmannser bereits vier Jahre früher. Im gleichen Jahr siegte er bei der Waldviertler Schülermeisterschaft. Viele zweite Plätze und weitere Platzierungen sind auch dabei. Eine Ecke seines Zimmers ist voll mit Pokalen. Es geht aber um mehr, als nur den Sieg. Jedes Spielt zählt, auch wenn nicht immer der beste Platz dabei herausschaut. Wichtig ist die wertvolle Erfahrung jedes einzelnen Spieles, die Begegnung mit jedem einzelnen sportlichen Gegner. Turnierspieler Die Wettkampfluft gefällt dem jugendlichen Schachtalent. Er erinnert sich gerne an diese Situationen voller Spannung und dem Eintauchen in das Spiel und den Bewerb. Die Nervosität zu Beginn gehört dazu. „Die erste Runde fällt mir persönlich schwer. Ich muss erst warm werden“, erzählt er. Und weiter: „Wenn das die letzte Runde ist und du anhand der Tabelle schon anfangen kannst, mögliche Platzierungen auszurechnen, das ist dann Spannung pur. Und das motiviert mich“. Seine coolste Erinnerung ist die letzte Partie bei der Landesmeisterschaft 2014, die unentschieden ausging. Er erzählt mit blitzenden Augen: „Ich war einen Punkt vor meinem Konkurrenten, wollte unbedingt gewinnen oder zumindest ein Remis erreichen. Die ganze Partie habe ich mich darauf konzentriert“, Florian hält kurz inne,  „die Partie war ein Wahnsinn“, fährt er fort. Comboys und Indianer Da taucht die Frage auf, wie der Gymnasiast zu seiner Begeisterung für dieses Brettspiel kam? Bei Florian Schlager war es ein für Kinder entwickeltes Computerspiel mit Cowboys, Indianern und den Grundzügen des Schachs, dass den Sechsjährigen verzauberte, „ das hat mir sehr gut gefallen“ erinnert er sich. Bald schon kam an den Vater die Frage nach mehr. So lernte Florian noch im Kindergartenalter den Schachklub Groß Siegharts und das echte Spiel kennen. Er denkt zurück: „ Dort hatte ich zum ersten Mal ein richtiges Schachspiel vor mir. Mit Lego wäre es cooler gewesen, aber es ging auch so“. Bis zum heutigen Tag ist er dort, spielt die Wettkämpfe für den Klub, trainiert mit gleichaltrigen oder erwachsenen Spielern und fühlt sich wohl. Besonders fein ist die Trainingsmöglichkeit über das Internet mit Klaus Neumeier, dem niederösterreichischen Jugendschachtrainer, der Talente fördert und sich des jungen Waldviertlers angenommen hat. Weiter im Spiel „Schach ist ein Spiel, bei dem du kein Glück brauchst, sondern Können und Erfahrung“, das macht für Florian Schlager die Faszination aus. Er ist trotz Schule und Jugend voll im Training und Wettkampfgeschehen. In der Zukunft plant er die Ausbildung zum Schachtrainer, als Hobby wohlgemerkt. Beruflich sind derzeit Matura und anschließendes Studium geplant. Für die nächsten Monate stehen einige Wettkämpfe am Programm. Im Sommer dann vielleicht wieder ein „Schach-Camp“ in der Steiermark, das Florian bereits kennt und schätzt. Ende April, nach Redaktionsschluss für diese Ausgabe von Tips, spielt er bei Schach am Attersee. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er mit einem weiteren Pokal zurück nach Dietmanns kommt.

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