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DOBERSBERG. Die Band „Sergeant Pluck Himself“ feiert 2016 das 15-jährige Bestehen und hat Ende Februar eine neue EP veröffentlicht. Tips bat Bandgründer Matthias Ledwinka um ein Interview.            von ERICH SCHACHERL

Foto: Matthias Ledwinka
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Tips:Die Band „Sergeant Pluck Himself“ (SPH) wird heuer 15 Jahre. Wie fühlt sich das für dich als Bandgründer und Mastermind an?

Matthias: Einerseits ist es schön, ein Projekt über so viele Jahre voranzutreiben, ohne dass es langweilig wird. Andererseits denke ich mir: Wo ist die Zeit hingekommen?

Tips:Wenn du dich an die Gründungszeit zurück erinnerst, was waren deine Ideen und Absichten?

Matthias: Begonnen hat alles damit, dass ich als 16-jähriger Schlagzeuger in die Band „Lo-Kate“ eingestiegen bin, in der auch mein älterer Bruder und mein Schwager spielten. Parallel dazu musizierte ich viel mit meinem Schulfreund Alexander Lausch. So kam es, dass wir schon vor der Matura beide unser erstes Solo-Album aufgenommen hatten, Zuhause im Keller. Und seit dem läuft SPH einfach, weil ich gar nicht anders kann. Das Ganze war jahrelang ein Solo-Projekt, dann verspürte ich irgendwann den Drang, auch Konzerte zu spielen, da kam dann zuerst Joachim Berger am Bass dazu, später dann Valentin Schuster am Schlagzeug, der mittlerweile von Josef Anibas abgelöst wurde. Und plötzlich war SPH eine Band im eigentlichen Sinn.

Tips:Was hat sich von deinen Wünschen, Zielen und Ideen in den 15 Jahren verwirklicht?

Matthias: Große Ziele in dem Sinn spielten für mich nicht wirklich eine Rolle. Ich wollte einfach Alben aufnehmen und Konzerte spielen, das ist auch heute noch so. Ich mache Musik, weil ich es einfach gerne tue und es mich glücklich macht. Wenn sich das dann noch jemand anhört und Gefallen daran findet, ist das eine schöne Draufgabe.

Tips:Was sind deine schönsten Erinnerungen in diesen 15 Jahren?

Matthias: Besonders war sicher die Releaseparty unseres Albums „Yesterday will not come again“ im Jahr 2014 im Chelsea in Wien. Wir hatten sehr viel Arbeit in die Produktion und das ganze Drumherum gesteckt. Wenn dann so eine CD aus dem Presswerk kommt und man sie zum ersten Mal in den Händen hält, ist das schon eine große Erleichterung, vielleicht ein wenig wie eine Geburt. Die Musik dann in einem vollen Club präsentieren zu dürfen, ist eine schöne Draufgabe. Unvergesslich sind auch unsere beiden Tourneen nach Tschechien und Polen, wo wir zweimal bis nach Krakau kamen, eine Menge sehr netter Menschen kennenlernten und als Band viel Routine sammelten. Interessanterweise wird man im Ausland als Musiker auch gleich anders aufgenommen, man ist dann plötzlich der „internationale Musiker“. Absurd, weil sich an uns und unserer Musik ja nichts geändert hat, nur weil wir über die Grenze gefahren sind.

Tips:Passend zum Jubiläum ist Ende Februar eine neue EP mit dem Titel „Overhead“ als Digitalrelease erschienen. Nach vier LPs nun eine EP auf der sechs Stücke sind, drei davon sind bereits auf früheren Veröffentlichungen zu hören. Ist dir die Kreativität abhanden gekommen oder warum diesmal eine EP statt einer LP?

Matthias: Die EP war eigentlich nicht geplant. Nach dem letzten Album war ich in erster Linie erschöpft. Dazu kommt, dass ich auch bei den Bands „Lausch“ und „Freischwimma“ Schlagzeug spiele und dort ebenfalls in die Kreativarbeit eingebunden bin. Kurz gesagt, es ist immer irgendwas los. Eigentlich wollte ich mit SPH eine kleine Pause einlegen, aber die dauerte nicht lange, weil es schon bald wieder in den Fingern kribbelte. Die Idee, ältere Songs die ich sehr schätze, noch einmal neu aufzuarbeiten, hatte ich schon länger. Also begann ich ein wenig herumzubasteln. Zwischendurch kamen dann neue Ideen und mir wurde klar, dass ich damit irgendetwas machen muss. Schlussendlich ist „Overhead“ ein Querschnitt aus dem, was SPH ausmacht. Deshalb passt die EP auch gut zum Jubiläum. Dass es kein ganzes Album wurde, hat damit zu tun, dass ich die Grundidee nicht überstrapazieren wollte. Das was zu sagen ist, ist mit den sechs Songs gesagt. Für ein neues Album haben wir ganz andere Pläne.

Tips:Warum der Titel „Overhead“?

Matthias: „Overhead“ ist auch der Name der Videosingle zur EP. Der Song steht inhaltlich für das, was mich während der letzten Jahre beschäftigt hat. Daher fand ich es passend, gleich auch die EP so zu nennen. Es ist grundsätzlich eine gute Idee, ab und zu mal nach oben zu sehen, den Blickwinkel zu ändern, vielleicht auch sich selbst von oben zu betrachten.

Tips:Was erwartet die Hörer?

Matthias: Das Spektrum reicht von der Singer/Songwriter-Ballade über hymnischen Powerpop bis hin zur härteren Gangart.

Tips:Du hast die EP alleine aufgenommen und produziert. Warum sind deine Bandkollegen nicht dabei gewesen?

Matthias: Für diese spezielle EP wusste ich einfach genau, was ich wollte. Josef und Joachim waren aber nicht aus dem Entstehungsprozess ausgeklammert. Ich habe meinen Plan mit ihnen geteilt und sie waren damit einverstanden, dass ich die Sache alleine durchziehe.

Infos: www.sergeantpluck.com


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