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EBENSEE. Statt die Adventstimmung im Salzkammergut zu genießen, denkt WM-Medaillengewinnerin Verena Preiner an die Zukunft und trainiert im sonnigen Süden. 

„Sportlerin des Jahres“ Verena Preiner mit Ebenseer Blockkrippe, geschnitzt von Klaus Müllegger. Foto: Hörmandinger

Tips: Wir befinden uns mitten im Advent, nur noch wenige Tage trennen uns von Weihnachten. Wie geht es dir in der stillsten Zeit des Jahres?

Verena Preiner: Heuer verspüre ich im Dezember wenig von Adventstimmung. Ich befinde mich in der „Stillsten Zeit des Jahres“ voll im Aufbautraining für die Hallensaison. Einen Großteil der Adventzeit verbringe ich im Trainingslager auf Teneriffa.

Tips: Blieb bisher auch etwas Zeit, deine tollen Erfolge und zahlreichen Auszeichnungen selbst zu feiern?

Preiner: Ja stimmt, es waren auch einige Tage des Feierns und der Auszeichnungen dabei. Ich habe mich darüber sehr gefreut, habe diese Stunden genossen und konzentriere mich nun wieder intensiv auf den Sport.

Tips: Du hast heuer mit dem Gewinn der Bronzemedaille in Doha österreichische Leichtathletik-Geschichte geschrieben – wie sieht Dein persönlicher Rückblick aus?

Preiner: Das Jahr 2019 wird mir sportlich immer in Erinnerung bleiben. Und zwar als Jahr, in dem eigentlich ab Juni alles nach Wunsch lief. Zunächst hatte ich zwei Verletzungen, musste daher Götzis absagen. Mit dem Meeting in Arona begann dann eine Erfolgsserie, die ich in dieser Form so nicht erwartet hätte. Besser hätten es Trainer Wolfgang Adler und ich nicht planen können: Olympia-Qualifikation beim ersten Wettkampf in Arona, neuer ÖLV-Rekord in Ratingen (mit 6 neuen persönlichen Bestleistungen), Gesamtsieg in der IAAF-Combined-Events-Challenge-Serie und dann als krönender Abschluss WM-Bronze in Doha. Ehrenrunde, Pressekonferenz und Siegerehrung gemeinsam mit Olympiasiegerin Thiam und Weltmeisterin Johnson-Thompson – noch dazu in einem (erstmals) vollen Stadion und vor den Augen meiner Familie. Wir lagen uns in den Armen – ein Gänsehaut-Moment der besonderen Art, ein Augenblick, an den ich mich mein ganzes Leben erinnern werde. Sehr speziell war dann auch die Ehrung zur Aufsteigerin des Jahres, seither habe ich einen „Niki“ im Wohnzimmer stehen. Für mich eine Art verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

Tips: Was bedeutet für Dich eigentlich Weihnachten?

Preiner: Die Weihnachtszeit ist für mich eine der schönsten Zeiten im Jahr. Im Vergleich zu früher hat sich, außer dem vorweihnachtlichen Stress, den du als Kind nicht so mitbekommst, für mich nicht viel geändert. Ich freue mich jedes Jahr auf die gemeinsame Zeit mit der Familie. Ich genieße die weihnachtlichen Bräuche und kann in diesen Tagen richtig gut abschalten. Weihnachten werden mein Freund Thomas und ich bei meinen Eltern in Ebensee verbringen. Vor dem Besuch der Mitternachtsmette in der Roither Kirche kommen bei uns wie immer Bratwürstel auf den Tisch. Wir singen gemeinsam Weihnachtslieder und packen die Geschenke aus. Kurz gesagt: Wir feiern ein sehr besinnliches und traditionelles Weihnachten.

Tips: Nach Weihnachten steht der Jahreswechsel vor der Türe – wie sieht das kommende Jahr für dich aus?

Preiner: Im kommenden Jahr stehen mit der Hallen-WM in Nanjing (China) und den Olympischen Spielen in Tokio zwei absolute Highlights auf dem Programm. Mein wichtigstes Ziel: Gesund bleiben und an den markanten Wettkampftagen die Bestform abrufen. Wenn mir das gelingt, ist vieles möglich. Dann ist eine Verbesserung meines österreichischen Rekordes möglich. Und dann werden auch wieder Top-Platzierungen in Reichweite sein. Ob ich das Super-Jahr 2019 noch toppen kann? Leistungsmäßig hab“ ich noch genug Platz für Verbesserungen. Für Medaillen muss aber auch die entsprechende Tagesform passen und es wird ein bisschen Glück notwendig sein. 


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