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EBENSEE. Das „BIS mobil“, transportiert ermöglicht seit rund einem Jahr älteren und mobilitätseingeschränkten Personen selbständiges Einkaufen und Arztbesuche. Das Sozialprojekt soll aufgrund der Sparmaßnahmen der Bundesregierung mit 30. April den Betrieb einstellen. So verlieren auf einen Schlag zwölf kurz vor der Pensionierung stehende Fahrer und Verwaltungskräfte ihre Arbeit und eine wertvolle, sinnstiftende Aufgabe für die Gesellschaft.

Die „BIS mobil“-Fahrzeuge werden bald ungewollt ihren Betrieb einstellen. Foto: BIS
Die „BIS mobil“-Fahrzeuge werden bald ungewollt ihren Betrieb einstellen. Foto: BIS

„Das BIS mobil steht aufgrund von massiven Budgetkürzungen beim AMS und der Sistierung der Aktion 20.000 durch die neue Bundesregierung vor der Einstellung. Wir wurden seitens unseres Fördergebers, dem Sozialministerium, mit der Schließung und der damit verbundenen Kündigung der Mitarbeiter des erfolgreichen Projekts beauftragt“, bedauert Stefan Enter, Geschäftsführer des Bildungszentrum Salzkammergut (BIS).

Mit Mobilitätspreis ausgezeichnet

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hatte erst Ende September 2017 das Projekt mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnet, weil es vorbildlich Arbeitsmarktintegration und soziale Dienstleistung verbindet. Denn einerseits haben seit Beginn 16 ältere Arbeitskräfte eine gesellschaftlich anerkannte, wertvolle Arbeit gefunden und andererseits wurde ein für den ländlichen Raum dringend notwendiges Verkehrsmodell als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr bzw. als Kompensation für aufgelassene Linien geschaffen.

Ein Stück Freiheit kurz wiedergewonnen

BIS Mobil startete mit Jänner und unterstützte seither Bewohner in Ebensee, Traunkirchen und Altmünster bei ihren täglichen Fahrten zum Arzt, zur Therapie und zum Einkauf. Auf über 10.500 Fahrten verweisen die Projektbetreiber, gerade ältere Personen hätten wieder ein Stück an Selbstbestimmtheit und Freiheit zurückerhalten. „Vor BIS Mobil war ich immer auf die Unterstützung anderer angewiesen und musste teilweise betteln, dass mich jemand mitnimmt“, klagt beispielsweise Michaela R. „Wichtige Buslinien wurden eingestellt, Taxis sind nicht ausreichend verfügbar und zu teuer“, sagt eine andere BIS mobil-Nutzerin. Zudem mache das Alter das Fahrradfahren und längere Fußmärsche nahezu unmöglich. Die Einstellung des Betriebs bedeutet für die Nutzer einen schmerzhaften Wegfall ihrer Autonomie. So ist in einem konkreten Fall das selbständige Wohnen gefährdet und die Familie muss über eine Unterbringung in einem Seniorenheim nachdenken.

Sinnvolle Arbeit ältere Arbeitslose

Zusätzlich zum Nutzen für die Fahrgäste, bedeutete die Arbeit bei „BIS – Mobil“ Sinnstiftung, eine neue Herausforderung und viel Selbstvertrauen für 16 ältere Arbeitnehmer und kurz vor der Pension. Drei Personen konnten schon in die Pension wechseln und waren sehr dankbar, dass sie noch einige Zeit ihrer Erwerbstätigkeit einer sinnvollen Aufgabe widmen können. „In meinem Alter noch eine neue Herausforderung anzunehmen, machte mich unsicher und der erste Monat mit dem für mich neuen EDV -System war sehr schwierig. Ich dachte schon ans Aufhören. Mir haben jedoch das Zusammensein im Team und vor allem die positiven Rückmeldungen der Kunden sehr gut getan und ich habe mich wieder erfüllt gefühlt“, sagt Waltraud Scheibl.

„Wir befinden uns weiterhin in Gesprächen und sind auf der Suche nach einer Lösung, um das BIS – Mobil für alle Beteiligten zu erhalten. Wir sind auf alle Fälle bis 30. April 2018 unterwegs“, so Enter.

Pensionistenvertreter kritisiert Schließung

Besonders betroffen über das mögliche Aus für das BIS-Mobil zeigt sich auch der örtliche Pensionistenverbandsobmann Franz Lidauer: „Mobilität ist gerade für ältere Menschen ein Stückchen Lebensqualität. Ältere Menschen wollen selbständig sein, immer die Kinder oder den Nachbarn bemühen zu müssen, um rechtzeitig beim Arzt zu sein, oder den wöchentlichen Einkauf erledigen zu können, ist für viele unserer Mitglieder ein Verlust an Lebensqualität.“ Das „BIS mobil“ sei daher ein wesentlicher Faktor für mehr Lebensqualität im Ort. Ein derartiges “Mikroverkehrssystem“ sei eine wichtige, flexible und nutzerorientierte Alternative in der regionalen Mobilitätsversorgung“, so Lidauer, der auf ein Einlenken der Sozialministerin hofft.

Mittlerweile gibt es eine Online-Petition, die bereits mehr500 Menschen unterschrieben habeb: www.openpetition.eu/petition/online/weiterbestand-von-bis-mobil-sichern.


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Gastuser
Gastuser
16.03.2018 09:11

sinnvolle Projekte

Ich versteh es nicht.... Ich komme aus Bayern und würde mir solche tollen unserer Zeit entsprechenden Projekte wünschen. Doch bei den Nachbarn drüben achtet man nicht so auf die Älteren. Jedoch ihr hab schon diesen Fortschritt und gebt ihn wieder auf. Ich versteh´s nicht!