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Sonderausstellung in Schloss Hartheim: Erkenntnisse und Funde aus Sobibór

Nora Heindl, 03.12.2016 17:00

ALKOVEN. Die Sonderausstellung „Sobibór - Erinnerung verjährt nicht“ über die archälogische Arbeiten auf dem Gelände des ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslager ist noch bis 31. März im Saal des Schlosses Hartheim zu sehen.
 
 
 

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Über 1,5 Millionen Menschen wurden 1942 und 1943 in den Vernichtungslagern Sobibór, Belzec und Treblinka ermordet. Eine maßgebliche Rolle beim Aufbau und Betrieb der Mordstätten spielte das Personal der im August 1941 eingestellten „Aktion T4“. Auch zahlreiche Männer, die zuvor in Hartheim an den Morden beteiligt waren, fanden eine neue Betätigung: So fungierte beispielsweise Franz Stangl, Büroleiter der Tötungsanstalt Hartheim, als Kommandant von Sobibór und später von Treblinka, Franz Reichleitner, sein Stellvertreter in Hartheim, folgte ihm als Kommandant von Sobibór nach.

Am 14. Oktober 1943 organisierten die Häftlinge einen Aufstand, mehrere hundert konnten flüchten. Nach der Ermordung der Verbliebenen wurde der Vernichtungsbetrieb eingestellt und das Lager dem Erdboden gleichgemacht. Zur Tarnung errichtete man einen Bauernhof und forstete das Gelände auf. Im Gegensatz zu Auschwitz hinterließ man keine Baracken, keine Berge von Brillen, Schuhen oder Menschenhaar, keine sichtbaren Überreste von Vernichtungseinrichtungen. Neben den Berichten der wenigen Überlebenden - bis zu 250.000 Menschen hatten in Sobibór den Tod gefunden, nur 50 erlebten das Kriegsende - sind daher die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen auf dem Lagergelände von 2000 bis 2015 von besonderer Bedeutung. Zehntausende Artefakte, darunter auch Habseligkeiten der Ermordeten, konnten gefunden bzw. geborgen werden.

Die Ausstellung, die in Hartheim erstmals im deutschen Sprachraum zu sehen sein wird, will die Erkenntnisse und die Funde der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Öffnungszeiten: Mo + Fr 9-15 Uhr, Di-Do 9-16 Uhr, So + Feiertage 10-17 Uhr


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