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EFERDING. 21.30 Uhr, irgendwo im Bezirk Eferding. Vor einem leerstehenden Vierkanter ist ein feines Netz aufgebaut. Es heißt warten. Das Zirpen der Grillen wird von Minute zu Minute gefühlt lauter, die Gelsen gieriger. Dann geht alles ganz schnell. Eine Wimperfledermaus (Foto) hat vor lauter Appetit das Netz übersehen. Vorsichtig befreit sie Guido Reiter, Leiter der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich, aus ihrer verzwickten Lage, um sie zu vermessen und zu wiegen. Die Freude der kleinen Expeditionsgruppe ist groß, der Ärger der Fledermaus auch. Zum Glück dauert die Behandlung nur wenige Minuten, dann darf sich das Weibchen auch schon wieder in die Lüfte schwingen.

Wimperfledermäuse. Foto: Forstmeier
  1 / 10   Wimperfledermäuse. Foto: Forstmeier

2015 steht in der Abteilung Naturschutz des Landes OÖ im Zeichen des Artenschutzes. Im Rahmen dessen wird aktuell ein umfangreiches Schutzprojekt für die oberösterreichischen Fledermäuse umgesetzt. Als Topprädatoren von Insekten stehen sie als Jäger an der Spitze ihrer Nahrungskette und haben Einfluss auf das gesamte Nahrungssystem. Zudem profitieren wir Menschen von ihrem Hunger auf für uns lästige Tierchen wie Mücken. Doch immer mehr Fledermausarten sind europaweit gefährdet und stehen unter Artenschutz.

Schutz bei BauarbeitenZu den Maßnahmen des Artenschutzprojektes zählen allen voran die Betreuung der bis zu 100 Fledermausquartiere und die laufenden Zählungen. „Diese geben uns einen Überblick über die Bestandsentwicklung, an welcher wir erkennen, wie es den Fledermäusen geht und ob unsere Maßnahmen greifen“, erklärt Reiter. Das Team um den Fledermausexperten ist vor allem bei Renovierungen und Umbauten von alten Gebäuden wie Kirchen und Schlössern gefragt. „Viele Fledermäuse leben auf Dachböden oder in Nischen alter Gemäuer. Es wird versucht mit Quartierbesitzern und Bauherren Regelungen zu finden, sodass die Fledermäuse von Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden und Ein- und Ausflugsöffnungen wenn möglich immer erhalten bleiben“, so Reiter weiter, denn: „Ein Umsiedeln der Tiere ist praktisch für manche Arten unmöglich, da manche extrem an ihre Quartiere gebunden sind.“.

Mit Hilfe von Miniatursendern werden Tiere zudem markiert. So erfahren die Forscher mehr über das Leben und die Verhaltensweisen. Mit dem sogenannten batcorder kann die für das menschliche Gehör nicht erfassbare Kommunikation der Tiere hörbar gemacht werden.

Fledermäuse in der RegionInsgesamt leben in dem Dachboden des alten Bauernhofs etwa 200 Wimperfledermaus- und um die 100 Mausohrenweibchen mit ihren Jungen. In den Bezirken Eferding und Grieskirchen sind fünf solcher „Wochenstuben“ von den vier typischen Dachbodenbewohnern (Mausohr, Wimperfledermaus, Kleine Hufeisennase und Langohr) bekannt. Nachgewiesen sind aber bisher nur Quartiere der beiden erstgenannten. Die Männchen leben für sich. Fledermausarten gibt es in der Region in etwa zwischen 17 und 19.--> Findlingen helfenWer eine verletzte Fledermaus (z. B. Katzenopfer) findet, sollte- das Tier bergen; dabei unbedingt Handschuhe anziehen und in eine Schachtel setzen- Kontakt mit einem Mitarbeiter des Projektes Fledermausschutz aufnehmen- Der Fledermaus ein flaches Gefäß (z. B. den Deckel eines Einmachglases) mit Wasser zur Verfügung stellen- Weitere Anweisungen der Experten befolgen

Infos: www.fledermausschutz.at

„Bat Night. Nächtliches Fledermaus-Forschen im Naturpark“Einmal mitten drinnen sein in der Fledermausarbeit: Sei es bei der Suche oder beim Fang einer Bechsteinfledermaus. Mit Hilfe von speziellen technischen Geräten gelingt ein spannender Einblick in das Leben dieser heimlichen Tiere.- 22., 23., 29. bzw. 30. August 2015, 20-23 UhrTreffpunkt ist bei der Familie Reiter, Eben 11, St. MarienkirchenKosten: 14 Euro, Kinder 7 Euro (inkl. Jause und Getränke)Leitung: Julia Kropfberger und Isabel SchmotzerVeranstalter: KFFÖ, Naturschutzbund OÖ, Naturpark Obst-Hügel-LandAnmeldung im Naturpark-Büro (07249/47112-25), www.naturschauspiel.at


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