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Hat Bildung Zukunft? Bildungsexperten und Schüler aus Dachsberg diskutierten an der Johannes-Kepler-Universität

Nora Heindl, 22.09.2017 09:05

PRAMBACHKIRCHEN/LINZ. „Lehren und Lernen wird immer digitaler. Aber: Programmieren im Kindergarten ist zu früh.“ Dies betonte DI Dr. Clemens Holzmann vom Campus Hagenberg im Rahmen des neuen Kooperationsprojekts des Gymnasiums Dachsberg und der ACADEMIA SUPERIOR – Gesellschaft für Zukunftsforschung. Die Schüler des Gymnasiums entwickeln Visionen zur Zukunft der Bildung in Österreich. Unterstützt werden sie von Fachexperten aus Oberösterreichs Hochschulen.

  1 / 6   Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Dachsberg mit den Expertinnen und Experten der Hochschulen Foto: Academia Superior

Wie muss der digital vernetzte Klassenraum der Zukunft aussehen? Braucht es überhaupt noch Lehrer, wenn es künstliche Intelligenz gibt? Welche Fächer sollen Jugendliche morgen überhaupt lernen? Wie können Talente, Neugierde und Engagement in der Schule besser gefördert werden? Und wie muss unser Schulsystem aufgebaut sein, um gerechte Chancen für alle zu bieten?

Diese Fragen beschäftigen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Dachsberg im Rahmen eines Young-Academia-Projektes der Academia Superior. Letzte Woche gab es den Startschuss für das Projekt im Science Park der JKU Linz, wo erste Visionen und Themen formuliert wurden. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von vier Expertinnen und Experten, die gemeinsam mit ihnen diskutierten: Dr. Gabriele Zehetner von der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz zeigte, wie Neugierde in der Schule besser geweckt werden kann; Soziologin Dr. Barbara Herzog-Punzenberger von der Johannes-Kepler-Universität Linz sprach über Migration und Chancengerechtigkeit im Bildungssystem; MMag. Thomas Populorum von der HBLA Lentia erklärte, was sich hinter Entrepreneurship Education verbirgt; und Informatiker DI Dr. Clemens Holzmann vom Campus Hagenberg gab faszinierende Einblicke in die Technologien, die das Bildungssystem in Zukunft weiterentwickeln werden.

Die Visionen der Schülerinnen und Schüler:

  • Begabtenförderung durch eine Motivierten-Förderung ersetzen
  • Bewertung des Lernfortschritts und nicht des Erreichens eines Lernzieles
  • Mehr Flexibilität im Schulsystem
  • Befähigung zu selbständigem Lernen
  • Mehr praktische Anleitungen fürs Leben

Die nächsten Projektschritte führen die Schüler nach Steyr in einen Future-Classroom und ins Ars Electronica Center in Linz um neue Bildungs-Technologien zu entdecken. Interviews mit weiteren Bildungsexpertinnen und -experten sind bereits in Planung. Ergebnis des Projektes wird ein Dokumentarfilm werden, der für weiteren Diskussionsstoff sorgen soll.

Zitate der Experten:

Dr. Gabriele Zehetner: „Schülerinnen und Schüler merken sich das Doppelte, wenn man sie neugierig macht“ „Der Hauptfaktor, ob Interesse für ein Fach aufkommt, sind die Lehrer.“

Dr. Barbara Herzog-Punzenberger: „Mehrsprachigkeit ist gut für“s Lernen und für die Gesundheit.“ „Zugangsprüfungen für Unis können gerechter als die Matura sein.“

MMag. Thomas Populorum: „Wahlrecht benötigt auch wirtschaftliches Wissen.“ „Die Basis für Kreativität ist das Spielen.“

DI Dr. Clemens Holzmann: „Programmieren im Kindergarten lernen ist zu früh.“ „Lehren und Lernen wird immer digitaler.“


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