Sri-Lanka-Hilfe: Hartkirchnerin finanziert Haus für Tsunami-Opfer
HARTKIRCHEN/ST. MARTIN/UNAWATUNA. Zehn Wochen voll harter Arbeit, viel Organisation und Planung, aber auch schöner Momente der Freude und des Dankes liegen hinter Margit und Dietmar Wengler aus St. Martin, die auch heuer wieder als Häuslbauer in Sri Lanka tätig waren. Tsunami-Opfer bekommen dank der beiden ein Dach über den Kopf. Zwar nicht vor Ort aber maßgeblich darin beteiligt war auch Dr. Getraud Puttinger aus Hartkirchen.

„Wir werden oft gefragt, wie wir die Menschen aussuchen, denen wir helfen. Wir begegnen ihnen einfach, sehen ihre Not“, sagt Margit Wengler, die heuer etwa die „Rollstuhlfrau“ kennengelernt hat. Eine junge Mutter von zwei Kindern, die zuerst beide Beine durch eine Granate verloren hat, später ihren Ehemann, der sie verlassen hat, und dann durch den Tsunami ihre Hütte. Seitdem lebt sie mit ihren Töchtern, ihrem Bruder und dessen Familie in einem Haus mit zwei Räumen. „Sie kann ohne Hilfe nicht raus, nichtmal in die Buschküche. Nur einmal in der Woche wird sie zum Fernsehen gebracht“, berichtet die St. Martinerin, die schnell wusste, wie sie helfen kann: „Wir haben ihr einen Fernseher geschenkt und bei der Übergabe konnten wir ihr Herz leuchten sehen.“ Nächstes Jahr soll eine rollstuhltaugliche Küche folgen.
Vier neue Häuser und mehr
So wie diese Frau haben viele Menschen in Unawatuna im südlichen Teil Sri Lankas durch den Tsunami alles verloren, ein Haus könnten sie sich mit ihrem kargen Verdienst niemals leisten. Denen greift das Mühlviertler Ehepaar mit finanzkräftiger Hilfe unzähliger Spender und Sponsoren unter die Arme. Vier neue Häuser und drei Küchenanbauten sind heuer entstanden. Dazu ein Anbau beim Kindergarten, eine Toilette und ein zusätzliches Haus am Tempelberg.
Eines der errichteten Häuser wurde von Dr. Getraud Puttinger finanziert. „Uns geht“s so gut, wir haben das Glück in einem wohlhabenden, friedlichen Land geboren worden zu sein“, betont die Hartkirchnerin. Sie hat deshalb zum 40sten Geburtstag Geld gesammelt, um ein soziales Projekt zu unterstützen. Auf die Hilfsaktion für die Tsunamiopfer in Sri Lanka wurde sie über einen Vortrag aufmerksam. „Mir gefällt die Hilfe zur Selbsthilfe – die Menschen bekommen eine sichere Basis für die Zukunft und können dann was aus ihrem Leben machen“, erklärt Puttinger. Mit dem beim Geburtstag gesammelten Geld konnte ein Haus für eine Familie finanziert werden. Bei der Einweihungszeremonie konnte sie nicht dabei sein (sie hat drei kleine Kinder), aber sie möchte in einigen Jahren auf jeden Fall das Haus und die Familie in Sri Lanka besuchen.
Nächstes Jahr eine Schule
Ans Aufhören denken Margit und Dietmar Wengler selbst nach 13 Jahren des Helfens, fast 30 Häusern, zwei Kindergärten, einer Tempelschule, einem Waisen-Altenheim und 70 vermittelten Patenschaften nicht. Im Gegenteil: Im nächsten Jahr soll eine Privatschule für etwa 140 Kinder am Tempelberg gebaut werden.


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