Autor Arthur Birago: „Geschichte ist nichts, was nur den anderen passiert“

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Lisa Hackl Tips Redaktion Lisa Hackl, 06.05.2020 18:15 Uhr

GRIESKIRCHEN/ WIEN. Heinz Bauer, besser bekannt unter seinem Schriftsteller-Pseudonym Arthur Birago befasst sich in seinen Werken mit der Zeit des Nationalsozialismus in der Region. Tips hat mit dem in Grieskirchen aufgewachsenen und in Wien und Berlin lebenden Autor gesprochen.

„Der Verlust der Schwerkraft“ und „Die braune Zeit“ sind die Titel der Bücher Biragos, die bislang nur im Internet erhältlich sind. „Der Verlust der Schwerkraft“ handelt von einer Familiengeschichte und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. „Die braune Zeit“ befasst sich intensiv mit Recherchen über den Nationalsozialismus in der Region Grieskirchen. Bauer verbringt viel Zeit ín Archiven, um zu seinen Büchern zu recherchieren, die Ergebnisse veröffentlicht er nicht nur in gedruckter Form, sondern auch auf seiner Internetseite „http://www.lossofgravity.com“. Aktuell arbeitet er zu einem Buch über den oberösterreichischen SS-Funktionär Ernst Kaltenbrunner. Erste Kapitel des Buches sind ebenfalls auf seiner privaten Internetseite zu finden.

Neues Projekt: K

Im neuen Buch geht es um die Psyche des bei den Nürnberger Prozessen angeklagten Kriegsverbrechers Kaltenbrunner. Sein Bezug zu seiner oberösterreichischen Heimat und die scheinbare Normalität seines Lebens haben Arthur Birago dazu inspiriert, sich mit dem Leben des NS-Funktionärs zu befassen. Seit drei Jahren arbeitet Birago an dem Buch, ein Erscheinungstermin ist gegen Ende des Jahres angesetzt.

Heimatliebe gefunden

Birago selbst ist jahrzehntelang gereist. Aufgewachsen in Grieskirchen, brach er sein Philosophie- undGermanistik-Studium in Wien ab, um die Welt zu bereisen. In über zehn Jahren lebte er in 100 Ländern und entwickelte aus der Ferne ein Interesse für die Geschichte seiner Heimat. Durch Kirchenbücher begann Birago seine eigene Familiengeschichte zu recherchieren und konnte diese bald bis zum Beginn der Aufzeichnungen im 15. Jahrhundert zurückverfolgen. „Ich war der erste in meiner Familie, der das Land verlassen hat“, berichtet er im Interview. Seine Recherchen hätten ihn zurück in seine Heimat gebracht und ihn mit seiner Geschichte versöhnt.

Gedenktafel in Grieskirchen

Die Geschichte von 21 toten Häftlingen aus dem Konzentrationslager Ausschwitz in Polen, die am Bahnhof Griskirchen aus einem Zug geworfen wurden, veranlasste Bauer, sich gemeinsam mit einer Zeitzeugin mit dem Fall zu beschäftigen. Die beiden konnten eine Gedenktafel zu dem Vorfall in Grieskirchen erwirken, die 2016 montiert wurde. Birago wolle seine Leser auf die Gräuel des Nationalsozialismus aufmerksam machen und sie dazu bewegen, selbst ihre Familiengeschichten zu erforschen. „Geschichte betrifft uns alle. Es ist nichts, was nur den anderen passiert“, meint er im Interview.<

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