Viele Autos, wenig Züge, Öffi-Ausbau gefordert

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Nirgends in Oberösterreich gibt es so viele Autos wie in Eferding. Foto: Weihbold
Lisa Hackl Lisa Hackl, Tips Redaktion, 06.04.2021 17:43 Uhr

EFERDING/ GRIESKIRCHEN. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wertete Statistik-Daten aus. Das Ergebnis: In Eferding und Grieskirchen gibt es mehr Autos als in allen anderen Bezirken Oberösterreichs.

Eferding liegt mit 694 PKWs pro 1.000 Einwohner auf dem oberösterreichweiten ersten Platz. Der Bezirk Grieskirchen liegt zwei Plätze dahinter mit 688 Autos pro 1.000 Einwohner. In allen anderen Bezirken Oberösterreichs gibt es weniger Autos pro 1.000 Einwohner. Dafür gibt es vielfältige Gründe, wie Christian Gratzer vom VCÖ erklärt: Vor allem in stark zersiedelten Gegenden sind viele Familien auf ein Zweitauto angewiesen. Dort, wo nicht zentrumsnah gebaut und Nahversorger erhalten werden, treiben Zweit- und Drittautos die Zahlen nach oben. Zum Vergleich: In Linz kommen auf 1.000 Einwohner nur 508 Autos. Die Zahlen haben sich oberösterreichweit seit dem Jahr 2005 stark erhöht. 569 Autos in Eferding und 563 in Grieskirchen kamen damals auf 1.000 Einwohner. Die Steigerung sei ebenfalls auf die Erhöhung der Zweitautos zurückzuführen.

Linien gekürzt

Zwei Bahnlinien führen durch die beiden Bezirke. Die Bahnstrecke zwischen Wels und Passau befährt sechs Stationen im Bezirk Grieskirchen in Richtung Schärding. In Neumarkt-Kallham trifft sie auf die Linzer Lokalbahn (LILO), die das Eferdinger Becken mit der Landeshauptstadt verbindet. Der Rest des Bezirkes ist mit Bussen erreichbar. Eingestellt wurden im Jahr 2009 die Bahnstrecke Haager Lies, die Lambach und Haag verband, sowie für den Personenverkehr die Aschacher Bahn, die zwischen Haiding und Aschach verkehrte, im Jahr 2019. Letztere soll jedoch nicht lange stillgelegt bleiben, wenn es nach dem Büro von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) geht. Ein genaues Datum könne zwar noch nicht genannt werden, die Einbindung des nördlichen Streckenabschnitts bis Aschach in die Strecke der LILO sei jedoch im Rahmen einer Absichtserklärung zwischen Bund und Land bestätigt worden. Mit der Weiterentwicklung des Busverkehrs soll ebenfalls für bessere Verbindungen gesorgt werden, als Beispiel dafür nennt das Büro Steinkellner die Fertigstellung des Busbahnhofes in Haag im Jahr 2020. Im Sommer soll ein weiteres mobilitätsförderndes Projekt an den Start gehen.

Problem: letzte Kilometer

Gratzer führt neben Ortskernstärkung und dem Bau von ortsnahem Wohnraum auch die Stärkung der Nahversorgung als Maßnahmen gegen die Autovielfalt an. Es sei zudem wichtig, dass Bahnhöfe mit dem Fahrrad erreichbar sind, um die letzten Kilometer der Strecke ohne Auto überbrücken zu können. „Wenn die Leute erstmal im Auto sitzen, steigen sie nicht mehr so leicht auf den Zug um“, so der Verkehrsexperte Gratzer. Helfen könnte auch die Einführung eines mikro-öffentlichen Personalverkehrssystems. In Form von Gemeindebussen und Anrufsammeltaxen könne dieses auch im Zuge der Klima- und Energie-Modellregionen gefördert werden. In der Leader-Region Mostlandl-Hausruck wird derzeit in den 32 Gemeinden an einer Lösung gearbeitet. Das Ist-Mobil soll an die bestehenden Strecken des öffentlichen Verkehrs anschließen und die letzten Meter öffentlich befahrbar möglich machen, erklärt der Obmann der Leader-Region Mostlandl-Hausruck Martin Dammayr. Das Konzept sei fertig, gefordert werde vom Land ein System, das sich über das ganze Bundesland erstreckt.

Radfahren sinnvoll

In der Klima- und Energie-Modellregion Eferdinger Land hat man sich besonders dem Car-Sharing und dem Radfahren verschrieben. Verschiedene Projekte sollen Radfahrer belohnen und das Sicherheitsgefühl entlang der Straßen verbessern. Eigene Radfahrbeauftragte in jeder Gemeinde sorgen für die Verbesserungen. Ein Fahrtendienstsystem ist auch hier in Planung.

 

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