Zahlreiche Initiativen aus den Bezirken wollen der Ukraine helfen
EFERDING/ GRIESKIRCHEN. Myroslava Mogyl stammt aus der Ukraine und lebt seit sechs Jahren in Österreich. Angesichts der Kriegshandlungen in ihrem Heimatland hat die 27-Jährige eine Hilfsaktion auf die Beine gestellt und innerhalb weniger Tage eine große Menge an Sachspenden gesammelt. Mehrere Hilfsorganisationen in den Bezirken engagieren sich für Flüchtende.

„Wir sammeln vor allem Medikamente, Schmerzmittel, Batterien, Hygieneartikel und Konserven, Reis, Nudeln und Tee“, erklärt Mogyl. Sie hat einen Aufruf zur Spendensammlung auf ihr Profil auf dem sozialen Netzwerk instagram gepostet und innerhalb von kürzester Zeit eine Menge Sachspenden gesammelt. „Die kommen nach Linz, dort hat ein Freund von mir einen größeren Bus ausgeliehen, mit dem wir die Sachen an die ukrainische Grenze bringen werden“, berichtete sie. Nachdem die ersten Flüchtlinge in Oberösterreich eingetroffen sind, will sich Mira verstärkt um diese kümmern. Viele andere ukrainische Menschen, die in Österreich leben, haben sich organisiert, um ihrem Heimatland zu helfen, erklärt die Prambachkirchnerin.
Kontakt reißt ab
Mogyl selbst stammt aus der Region Poltawa, zu den dort lebenden Großeltern besteht regelmäßiger Kontakt. „Meine Großmutter hat begonnen, selber Brot zu backen, weil es in den Geschäften keine Lebensmittel mehr gibt“, erzählt sie. Keinen Kontakt hat sie seit einigen Tagen zu ihrem Bruder. Er befindet sich in der Region Kiew und ist beim Militär. Er hat kein Handy mehr.
Freunde bleiben dort
„Viele meiner Freunde leben in Kiew oder Charkow, erklärt die Ukrainerin. „Sie wollen dort bleiben, es geht ihnen nicht gut, aber sie sind am Leben.“
Volk unterstützen
Mogyl ist selbst Mutter eines siebenjährigen Sohnes. Die Situation in der Ukraine habe ihr Herz berührt. „Die Kinder haben das nicht verdient“, erklärt sie. Sie wolle alles tun, um ihr Volk zu unterstützen und liebt die Menschen und Kultur in der Ukraine. „Ich liebe Österreich natürlich auch“, erklärt sie. Die Ukraine ist ihre Heimat. „Wir müssen alle zusammenhalten, viele kleine Dinge bewegen am Ende große Sachen“, erklärt sie. In den letzten Tagen war die 27-Jährige täglich unterwegs, um Sachspenden einzusammeln und sie nach Linz zu bringen, wo sie sortiert und weiterverpackt werden. Ein Teil geht an die bereits in Österreich befindlichen Geflohenen, der Rest wird an die ukrainische Grenze gebracht, wo er an das ukrainische Infrastruktur Ministerium übergeben wird. Diese haben Lastwägen an der Grenze, mit denen die Spenden in der Ukraine verteilt werden.
Die guten Menschen werden gewinnen
Mira sieht sich nicht als Heldin. „Ich bin einfach normal und kooperiere, um meinem Land zu helfen. Und meine ukrainischen Freunde in Wien, Linz und Helsinki machen dasselbe. Die guten Menschen werden gewinnen“, erklärt sie.
Großer Zusammenhalt
Christina Rathmayr aus Grieskirchen ist Krankenschwester. Als sie auf die Situation aufmerksam wurde, bat sie auf den sozialen Medien um Pflaster, von Menschen die helfen wollten. Einige Tage später haben sich schachtelweise Medizinprodukte und medizinisches Equipment bei der Grieskirchnerin angesammelt. „Ich bin sprachlos“, erklärt Rathmayr. Die Aktion sei über soziale Medien riesengroß geworden, sie habe enormen Zusammenhalt verspürt. Mit einem Freund will sie gemeinsam für fünf Tage in die Ukraine fahren, dort die medizinischen Hilfsgüter verteilen und helfen, wo sie gebraucht werden. „Der Zusammenhalt von zuhause wird mich dort positiv begleiten“, erklärt sie. Auch die Volkshilfeshops in Aschach, Eferding und Schlüßlberg sammeln Konserven, Windeln, Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Decken und Medikamente.


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