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ST. MARIENKIRCHEN. Der Schlagzeuger Michael Leibetseder aus St. Marienkirchen präsentiert seine erste Single als Dialekt-Rapper und erzählt, wie es dazu kam, was ihm am Texten gefällt und worum es in seinen Songs geht.

Der Schlagzeuger Michael Leibetseder ist auch Dialekt-Rapper. (Foto: Marc Bernegger)
  1 / 2   Der Schlagzeuger Michael Leibetseder ist auch Dialekt-Rapper. (Foto: Marc Bernegger)

Tips: Wie lange sind Sie schon Musiker und Songwriter? Wie sind Sie dazu gekommen?

Michael Leibetseder:Ich bin seit über 25 Jahren als professioneller Schlagzeuger auf Bühnen im In- und Ausland unterwegs und spiele viel Musik im Bereich Jazz, Pop und Weltmusik. Seit langem keimt in mir die Idee, eigene Songs zu schreiben. Ich habe aber aus Zeitmangel und Respekt davor nie wirklich den Schritt gewagt. Im Vergleich zum Schlagzeug – das spiele ich seit meiner Kindheit und das ist daher vollkommen selbstverständlich für mich – ist das Songschreiben einfach ein großes neues Lernfeld für mich und ich liebe die Herausforderung, auch Neues zu meistern.

Ich spiele auch viel mit Künstlern, die Songs im österreichischen Dialekt schreiben, unter anderem mit Sabine Stieger oder den Strottern. Ich denke, das ist auch ein Grund, warum ich ganz selbstverständlich in dieser Sprache schreibe.

Tips:Was gefällt Ihnen am Musizieren und Songschreiben?

Leibetseder:Wie schon erwähnt, für mich ist das Musizieren eine ganz selbstverständliche Sache. Es gehört einfach zu meinem Leben, ich könnte auch nicht ohne.

Es ist unglaublich schön, gemeinsam zu musizieren, wenn man das Gefühl hat, alles läuft von selber.

Am Songschreiben finde ich das Reimen extrem interessant. Etwas, das mich auch immer wieder im Alltag verfolgt. Und Rap-Texte zu verfassen ist da natürlich sehr naheliegend. Ich produziere auch sehr gerne Beats am Computer, meistens mit echten Instrumenten. Da nehme ich sehr gerne Schlagzeug-Tracks auf und spiele dann andere Instrumente dazu. So bastle ich auch meine Hintergrund-Tracks für meine Songs.

Tips:Wie ist es im Vergleich zu gecoverten Songs eigene zu singen?

Leibetseder:Als Rapper habe ich eigentlich nur für Lernzwecke Songs von anderen Rappern nachgesungen, um deren „Flow“ zu üben. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass es viel mehr Spaß macht, den „Flow“ bei den eigenen Texten zu finden. Ich gehe eher so an die Sache heran, dass ich einen Text schreibe – der muss noch gar nicht fertig sein – und dann versuche ich, einen guten „Flow“ mit Hilfe eines Beats zu finden. Ich höre den Wort-Fluss auch nicht so starr im Sechzehntel-Rhythmus. Das kommt vielleicht daher, dass ich Schlagzeuger bin. Außerdem finde ich, dass Sprache rhythmisch auch wesentlich komplexer ist.

Tips: Ihre erste Single heißt „Wos I soid“ – was steckt hinter diesem Titel und dem Lied?

Leibetseder: In diesen Songs geht es darum, was mich an unserer Gesellschaft stört. Ich habe irgendwann angefangen, in zwei Kategorien aufzuschreiben, was man alles tun muss oder was man alles erreichen sollte, damit man in unserer Gesellschaft „jemand“ ist. Das geht von materiellen Dingen bis zum massiven Körperoptimierungskult und Gesundheitswahn. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns da alle so extrem „einitheatern“, dass wir gar nicht merken, dass wir das alles gar nicht erreichen können, oder auch unsere Umwelt damit zerstören und deswegen von Einem zum Nächsten hetzen. Daraus ist dann letztlich dieser Song entstanden.

Tips: Sie bezeichnen sich selbst als Dialekt-Rapper – wie würden Sie diese Klassifizierung erklären?

Leibetseder:Genau dieses Genre gibt es gar nicht wirklich. In Deutsch-Rap passe ich auch nicht wirklich rein. Deswegen war ich auf der Suche nach einer Klassifizierung, wobei ich das eigentlich in der Musik nicht mag. Irgendwie beschreibt es meine Musik am besten. Es ist fast eine Nische, im Dialekt zu rappen, und gleichzeitig finde ich es wahnsinnig spannend wie zum Beispiel verschiedene österreichische Dialekte gerappt klingen.

Tips:Nach eigener Aussage spiegeln Ihre Songs Themen aus dem Leben wider. Worüber schreiben Sie zum Beispiel?

Leibetseder:Ein älterer, noch nicht veröffentlichter Song ist zum Beispiel sehr autobiografisch, da möchte ich aber gar nicht mehr darüber verraten. Ich habe mich auch in der Corona-Zeit damit auseinandergesetzt, wie es den Menschen gerade geht, wie es sich anfühlt, von den ganzen Kontakten abgeschirmt zu sein. Gerade arbeite ich an einem Weihnachtssong. Ich finde es interessant, mit Worten eine gewisse Stimmung oder Bilder zu erzeugen. Das macht echt Spaß. Dazu möchte ich eine Art Choral für Bläser von einem Freund schreiben lassen. Das ergibt sicher eine interessante Stimmung und Mischung.

Die Single „Wos I soid“ erscheint am Donnerstag, dem 7. September, als Musikvideo auf YouTube, auf allen gängigen Streaming-Plattformen, auf iTunes und auf Amazon.

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