Karin Peschka bringt die Bauernkriege in Eferding auf die Bühne
EFERDING. Die in Eferding aufgewachsene Autorin Karin Peschka widmet sich in ihrem neuen Bühnenstück „Casparus oder fünf Knöpfe aus Bein“ den Menschen im Oberösterreich des Jahres 1626. Im Mittelpunkt stehen die namenlosen Frauen, Männer und Kinder, die während der Bauernkriege gegen religiöse Bevormundung und für ihre Überzeugungen aufstanden. Aufgeführt wird das Stück am Freitag, 18. September 2026, 20 Uhr, in der Evangelischen Kirche Eferding.

Peschka hat das Stück gemeinsam mit dem Komponisten Rudolf Jungwirth und dem Regisseur Joachim Rathke entwickelt. Das Trio arbeitete bereits für „Bruckners Affe“ im Rahmen der OÖ KulturEXPO 2024 zusammen.
„Casparus“ führt in das Jahr 1626. Damals war fast ganz Oberösterreich evangelisch. Der Kaiser versuchte, die Bevölkerung mit Gewalt wieder zum katholischen Glauben zu zwingen. Die Konflikte mündeten in die Bauernkriege.
Das Stück richtet den Blick auf jene Menschen, über deren Leben aus dieser Zeit nur wenig bekannt ist. Viele Bauern lebten unter schwierigen Bedingungen und schlossen sich mit anderen Ständen zusammen, um für ihre Freiheit zu kämpfen. Wenn es sein musste, griffen sie zu Sensen und Dreschflegeln.
Eine zentrale Figur ist Casparus, ein Student aus Passau. Mit flammenden Reden überzeugt er die Bauernschaft vom Aufstand. Gleichzeitig stößt er auf Widerstand, besonders bei den Frauen. Denn der Ausgang des Kampfes ist ungewiss.
Peschka, Jungwirth und Rathke gehen der Frage nach, wie die Menschen diese Zeit erlebt haben. „Wie ging es unseren Vorfahren in dieser Zeit?“, lautet eine zentrale Frage des Stücks. Es geht darum, was den Menschen den Mut gab, sich zu wehren, zu streiten, zu flehen oder zu hoffen.
Die Geschichte wird erzählt, gespielt, gesungen und musikalisch gestaltet.
Karin Peschka wuchs in Eferding auf und lebt seit 2000 in Wien. 2013 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Watschenmann“. Es folgten weitere Romane und literarische Projekte. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Literaturpreise und Stipendien.
2017 wurde Peschka zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. Für ihren Text „Wiener Kindl“ erhielt sie den Publikumspreis und das damit verbundene Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Klagenfurt. 2023 erhielt Peschka den Landeskulturpreis Oberösterreich für Literatur, 2024 den Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien und 2026 den Anton-Wildgans-Literaturpreis. Für das theaterSPECTACEL Wilhering schrieb sie bereits 2024 „Bruckners Affe“.








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