Gedenkfeier „Nie wieder“ im Schloss Hartheim
Alkoven. Die Gedenkfeier in Schloss Hartheim erinnerte an die rund 30.000 Menschen, die dort während der NS-Herrschaft ermordet wurden und mahnte dazu, Menschenverachtung und Ausgrenzung auch heute entschieden entgegenzutreten.

Zwischen 1940 und 1944 wurden in Hartheim rund 30.000 Menschen ermordet. Mehr als 18.000 von ihnen waren Menschen mit Behinderungen, psychischen oder chronischen Erkrankungen. Bis zu 12.000 weitere Opfer waren KZ-Häftlinge sowie Zwangsarbeiter.
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) betonte, dass die Erinnerung an die Opfer zugleich zum Handeln verpflichte: „Die Erinnerung an die Opfer ist auch ein Auftrag für die Gegenwart: hinsehen, Haltung zeigen und die Würde jedes Menschen verteidigen.“ „Nie wieder“ sei keine Floskel, sondern eine gemeinsame Verantwortung.
Rechtzeitig hinsehen und handeln
Die Gedenkrede hielt die Journalistin Christine Haiden, langjährige Chefredakteurin der Zeitschrift „Welt der Frauen“ und Präsidentin des Oberösterreichischen Presseclubs. Sie ging der Frage nach, was ein konsequentes „Nie wieder“ angesichts erstarkender rechtsextremer Gruppierungen heute bedeuten kann.
Haiden beschrieb die Auseinandersetzung mit den Verbrechen als einen Weg vom Vergessen, Verleugnen und Verdrängen bis zum Erforschen und bewussten Wahrnehmen. Es gelte, zerstörerische menschliche Verhaltensweisen nicht zu leugnen, sondern rechtzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.
Im Anschluss sprachen Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Israelitischen Kultusgemeinde Gebete auf dem Friedhof der Opfer. Zudem wurden Kränze niedergelegt.
Ausstellung erinnert an 67 Opfer
Im Rahmen der Gedenkfeier wurde die Ausstellung „Eingestickt. Zur Erinnerung an 67 Menschen, die 1940 in Hartheim ermordet wurden“ eröffnet. Sie widmet sich Bewohnern des St. Josef-Instituts in Mils in Tirol.
Die Künstlerin Ulrike Wieser und die Historikerin Melanie Dejnega konzipierten die Ausstellung gemeinsam mit dem Haus der Geschichte Österreich. Eröffnet wurde sie von Florian Schwanninger, Leiter des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim, und Monika Sommer, Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich.








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