Eferdinger Bauern leiden unter Trockenheit und Wassermangel
EFERDING. Trockenheit und steigender Bewässerungsbedarf stellen die Landwirtschaft im Bezirk Eferding vor große Herausforderungen. Rund 60 Prozent des oberösterreichischen Erwerbsgemüsebaus befinden sich in der Region. Eine verlässliche Wasserversorgung wird für die Betriebe immer wichtiger.

Der Bezirk Eferding ist das Zentrum des oberösterreichischen Gemüsebaus. Rund 107 Gemüsebaubetriebe bewirtschaften eine Fläche von etwa 1.260 Hektar. Hitze und Trockenheit setzen den Betrieben zunehmend zu. „Unsere Gemüsebaubetriebe, aber auch die tierhaltenden Betriebe im Bezirk sind auf eine verlässliche Wasserversorgung angewiesen. Wasser ist die Grundlage für regionale Lebensmittelproduktion, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit“, betont Thomas Kraxberger, Obmann der Bezirksbauernkammer.
Er verweist darauf, dass die landwirtschaftliche Bewässerung einen vergleichsweise kleinen Teil der gesamten Grundwassernutzung ausmacht. Im Eferdinger Becken stehen jährlich rund 38 Millionen Kubikmeter Grundwasser zur Verfügung. Davon werden rund 16,9 Millionen Kubikmeter für die Trinkwasserversorgung, 1,88 Millionen Kubikmeter für Gewerbe und Industrie sowie 1,23 Millionen Kubikmeter für die Landwirtschaft genutzt.
Ernteausfälle von bis zu 80 Prozent erwartet
Wie stark sich die Wetterbedingungen auf die Landwirtschaft auswirken, zeigt die Erntesaison 2026. Laut Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, werden bei Äpfeln und Birnen Ertragsverluste von bis zu 50 Prozent erwartet. Die Früchte blieben vielfach kleiner, die Qualität sei dank vieler Sonnenstunden aber überwiegend gut.
Noch schwieriger sei die Situation im Gemüsebau. Trotz hoher Investitionen in die Bewässerung verzeichneten zahlreiche Kulturen Ertrags- und Qualitätsverluste. Bei Wurzel- und Kohlgemüse sowie Erdäpfeln werden je nach Kultur und Standort Einbußen bei den vermarktungsfähigen Erträgen von 30 bis teilweise 80 Prozent erwartet.
Landwirtschaftskammer fordert Ausbau der Bewässerung
Für Waldenberger ist eine gesicherte Wasserversorgung eine zentrale Zukunftsfrage für den Obst- und Gemüsebau. Er fordert deshalb den Ausbau der regionalen Bewässerungsinfrastruktur, eine stärkere Nutzung von Wasserspeichern und raschere Genehmigungsverfahren für notwendige Anlagen.
Auch moderne, wassersparende Bewässerungssysteme sowie mehr Beratung zum Wassermanagement sollen die Betriebe unterstützen. Viele Quellen und Brunnen stoßen wegen der anhaltenden Trockenheit an ihre Grenzen oder fallen trocken. Zahlreiche Betriebe müssen deshalb in neue Tiefbrunnen investieren.
Die Landwirtschaftskammer fordert daher eine Fördermöglichkeit für Brunnen in Einzellagen, wie sie bereits in anderen Bundesländern besteht.
Eferding ist Zentrum des oberösterreichischen Gemüsebaus
Die Bedeutung der Wasserversorgung reicht über die landwirtschaftlichen Betriebe hinaus. Die Gemüsebaubetriebe beliefern regionale Verarbeiter und den Lebensmittelhandel. Ein wichtiger Abnehmer ist das Unternehmen efko in Eferding.
In Oberösterreich gibt es 176 Gemüsebaubetriebe mit einer Anbaufläche von 2.050 Hektar. Davon befinden sich 107 Betriebe mit einer Anbaufläche von 1.260 Hektar im Bezirk Eferding. Der Anteil von Biogemüse beträgt 30 Prozent.
Direktvermarkterführer zeigt regionale Einkaufsmöglichkeiten
Neben der Wasserversorgung ist auch die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln ein Thema. Klaudia Ritzberger, Vorsitzende des Eferdinger Bäuerinnenbeirates, verweist auf die Bedeutung bewusster Kaufentscheidungen.
„Wer regional einkauft, weiß, woher die Lebensmittel kommen, wie sie erzeugt wurden und wer dahintersteht. Damit sichern wir Arbeitsplätze, kurze Wege und die Vielfalt unserer bäuerlichen Familienbetriebe“, betont Ritzberger.
Das Angebot im Bezirk reicht von Gemüse über Fleisch, Eier und Milchprodukte bis zu Brot, Säften, Honig und Kräutern. Einen Überblick über regionale Direktvermarktungsbetriebe bietet der Direktvermarkterführer für das Eferdinger Land. Er ist unter www.eferdingerland.at/direktvermarkter abrufbar. Die Plattform zeigt, wo es Hofläden, Verkaufsautomaten und Bauernmärkte gibt.
„Viele Menschen wollen regional einkaufen, wissen aber nicht, welcher Hof in ihrer Nähe was anbietet. Der Direktvermarkterführer schafft hier einen schnellen Überblick“, erklärt Ritzberger.








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