Die Leistungsbilanz der Beschäftigten aus dem Bezirk Eferding
EFERDING. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Bezirk Eferding erbringen enorme Leistungen – ob sie in der Reinigung, am Bau, in der Produktion, im Büro oder in der Forschung tätig sind. Ohne sie stünde alles still. Ohne sie gäbe es keine Wertschöpfung. Darum hat die Arbeiterkammer Oberösterreich die Leistungsbilanz der Beschäftigten aus dem Bezirk Eferding erstellt.

Von den 21.912 Einwohnern/-innen (Stand 1.1.2016) im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren aus dem Bezirk Eferding waren im Jahresdurchschnitt 2016 14.674 Menschen unselbständig beschäftigt (8064 Männer und 6611 Frauen). Im Vergleich zum Jahr zuvor ist die Beschäftigung um 0,9 Prozent gestiegen. Die Erwerbsquote liegt mit 80,4 Prozent (2015) deutlich über dem Landesdurchschnitt von 76,6 Prozent und ist die höchste aller oberösterreichischen Bezirke.
Im Bezirk Eferding haben 29,8 Prozent der Beschäftigten einen Teilzeitjob. Die Teilzeitquote bei den Frauen ist deutlich höher: Von den in Eferding wohnenden Arbeitnehmerinnen waren 2015 fast 54 Prozent teilzeitbeschäftigt (Männer: zehn Prozent).
Arbeitsmarkt zwischen den Geschlechtern geteilt
Landesweit sind 29,9 Prozent der Beschäftigten in der Produktion und 64,7 Prozent im Dienstleistungssektor tätig, in Eferding ist das Verhältnis nahezu ähnlich: 30,5 Prozent arbeiten in der Sachgütererzeugung und 58,8 Prozent im Servicebereich. Die übrigen 10,7 Prozent arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft. In ganz Oberösterreich sind nur etwas mehr als fünf Prozent in diesem Sektor beschäftigt.
Während ein beträchtlicher Teil der Männer (44 Prozent) in der Sachgüterproduktion arbeitet, sind drei Viertel der Frauen im Dienstleistungssektor beschäftigt.
Beschäftigungsentwicklung im Bezirk Eferding
Die Beschäftigung im Bezirk Eferding entwickelt sich deutlich besser als im Landesdurchschnitt: Bei den Frauen stieg die Zahl der Beschäftigten im Zeitraum 2008 bis 2016 um 12,3 Prozent. Bei den Männern gab es 2009 bedingt durch die Wirtschaftskrise leichte Beschäftigungseinbußen. Inzwischen sind um 5,7 Prozent mehr Männer beschäftigt als vor der Wirtschaftskrise. Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten seit 2008 um 8,6 Prozent gestiegen (OÖ: plus 6,3 Prozent).
Wichtigste Branche im Bezirk Eferding ist die Herstellung von Waren (ÖNACE –Abschnitt C) mit 2507 Beschäftigten – das sind 19,6 Prozent aller Beschäftigten im Bezirk. Auf den Handel entfallen 2329 Arbeitsplätze (18,3 Prozent aller Beschäftigten). Rang 3 belegt das Gesundheits- und Sozialwesen mit rund 1500 Beschäftigten (11,8 Prozent). Auf diese drei Branchen entfällt somit fast die Hälfte aller Arbeitsplätze im Bezirk Eferding.
Oberösterreich: 40 Millionen Überstunden und 60 Millionen ehrenamtliche Stunden
Mehr als eine Milliarde Arbeitsstunden haben Oberösterreichs Beschäftigte im Jahr 2016 geleistet. Davon waren 40 Millionen Mehr- und Überstunden, von denen geschätzt mehr als ein Fünftel – das sind rund 8,2 Millionen Stunden – nicht abgegolten wurden, weder in Zeit noch in Geld. Diese zu unrecht unbezahlten Stunden entsprechen einem Wert von rund 200 Millionen Euro oder etwa 4700 Arbeitsplätzen.
Darüber hinaus leisten die oberösterreichischen Beschäftigten rund 60 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Jahr. In dieser Zahl noch gar nicht berücksichtigt ist etwa die häusliche Betreuung pflegebedürftiger Familienangehöriger.
Die Eferdinger Beschäftigten sind überaus produktiv
Was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Bezirk Eferding vollbringen, kann sich sehen lassen. Betrachtet man die Produktivität in zehn ausgewählten Unternehmen mit mehr als 49 Beschäftigten, so zeigt sich ein beeindruckendes Bild: Die Pro-Kopf-Wertschöpfung (also jener Betrag, der pro Kopf erwirtschaftet wird) lag im Jahr 2015 bei mehr als 67.000 Euro. Zieht man davon die durchschnittlichen Personalkosten ab, bleiben diesen zehn Unternehmen jährlich immer noch fast 20.000 Euro pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter.
Arbeitslose bemühen sich, wieder einen Job zu finden
Zusätzlich zu den 562 Arbeitslosen befanden sich im vergangenen Jahr 91 Personen in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice und sechs Jugendliche suchten eine Lehrstelle. Die registrierte Arbeitslosigkeit beträgt 3,7 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6,1 Prozent. Nur in Rohrbach ist die Arbeitslosigkeit noch geringer. Gegenüber 2015 ist die Zahl der Arbeitsuchenden um 59 Personen bzw. 8,3 Prozent gesunken.
Den 562 Arbeitslosen standen 180 offene Stellen gegenüber. Der Stellenandrang lag damit bei 3,1 Arbeitslosen pro freier Stelle und war damit niedriger als im Landesdurchschnitt (3,6 Arbeitslose pro offener Stelle).
Wie sehr sich die Arbeitslosen aus dem Bezirk Eferding bemühen, möglichst rasch einen Job zu finden, zeigt sich beispielsweise daran, dass fast zwei Drittel der Arbeitsuchenden innerhalb von drei Monaten eine neue Beschäftigung finden. Die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist im Bezirk Eferding im vergangenen Jahr um einen Tag auf 92 Tage gestiegen. Im Landesdurchschnitt ist die Verweildauer um acht Tage gestiegen und liegt nun bei 111 Tagen.
Viele Eferdinger nehmen weite Arbeitswege auf sich
Im Heimatort finden 15,3 Prozent der unselbständig Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Somit müssen 84,7 Prozent der Arbeitnehmer/-innen aus dem Bezirk Eferding aus ihrer Heimatgemeinde auspendeln. Der Anteil der Bezirksauspendler/-innen liegt bei fast 60 Prozent.
Viele Pendler/-innen haben es mit großen Entfernungen zu tun. Fast 40 Prozent der Beschäftigten aus dem Bezirk pendeln jeden Tag mehr als 40 Kilometer und etwas mehr als fünf Prozent fahren sogar mehr als 100 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz. Für sie kostet die berufliche Mobilität viel Zeit und Geld.
Einkommen im Bezirk Eferding
Die Beschäftigten (Arbeiter/-innen und Angestellte, Voll- und Teilzeit) bekommen im Bezirk Eferding mittlere Bruttoeinkommen von 1859 Euro monatlich – um 15,2 Prozent weniger als im Oberösterreich-Median. Im Bezirksvergleich nimmt Eferding nur den 16. Platz ein, bei den Männern und den Arbeitern/-innen sogar den 18. und letzten Platz. Am besten steigen noch die männlichen Angestellten mit 2902 Euro aus. Arbeiterinnen kommen auf 1170 Euro.
1300 Beschäftigte verdienen trotz Vollzeit unter 1700 Euro
Etwa 1300 Arbeiter/-innen und Angestellte aus dem Bezirk Eferding, davon deutlich mehr Frauen als Männer, verdienten 2015 trotz ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung monatlich weniger als 1700 Euro (14 Mal pro Jahr). Das sind 13,9 Prozent aller ganzjährig Vollzeitbeschäftigten (Frauen 26,9 Prozent, Männer 8,6 Prozent).
Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung verdienen Frauen im Bezirk Eferding um 28,2 Prozent weniger als Männer. Im landesweiten Bezirksvergleich liegt Eferding bei der Höhe der Fraueneinkommen auf dem zehnten Platz.
Die Eferdinger Beschäftigten zahlen fast 80 Millionen Euro Lohnsteuer
2015 haben die oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rund 3,4 Milliarden Euro an Lohnsteuer und rund 3,6 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen geleistet. Berücksichtigt man auch die Konsumsteuern, tragen die Beschäftigten in unserem Bundesland wesentlich mehr zur Finanzierung der staatlichen Leistungen bei, als die Gewinnsteuern aller Unternehmen in ganz Österreich ausmachen.
Die rund 17.900 im Bezirk Eferding wohnenden Beschäftigten (einschließlich der öffentlich Bediensteten und Beamten/-innen) haben im Jahr 2015 insgesamt rund 540 Millionen Euro brutto verdient. Von ihren Arbeitseinkommen zahlten die Eferdinger Beschäftigten in Summe fast 83 Millionen Euro an Lohnsteuer und weitere etwa 86 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen (die sogenannten Arbeitnehmerbeiträge). Nach Abzug der Arbeitnehmerveranlagungen werden geschätzt knapp 79 Millionen Euro effektiv bezahlte Lohnsteuer bleiben. Insgesamt wurden somit fast 165 Millionen Euro an Lohnsteuer und Abgaben bezahlt.
Hohe Innovationsbereitschaft und Kreativität
Innovation entsteht an vielen Orten in vielen Köpfen. Sei es direkt bei der Arbeit, wo viele Beschäftigte mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen aus dem täglichen Arbeitsprozess neue Ideen entwickeln, sei es im Hochschulsektor oder in den Forschungsabteilungen der Betriebe. In Oberösterreich arbeiten rund 11.640 Beschäftige im Bereich Forschung und Entwicklung (umgerechnet auf Vollzeit).
Der hohe Stellenwert von Forschung und Innovation in Oberösterreich zeigt sich auch beim Erfindungsreichtum: So wurden 2016 beim Österreichischen Patentamt 2994 Erfindungen angemeldet. Auf die Bundesländer bezogen stammen die meisten Erfindungsanmeldungen – wie in den Jahren davor – aus Oberösterreich, nämlich 616.
Aus dem Bezirk Eferding sind im vergangenen Jahr fünf Erfindungsanmeldungen erfolgt. Wenn die Einwohnerzahl berücksichtigt wird, zählte Eferding somit zu den 55 Bezirken Österreichs mit den meisten angemeldeten Erfindungen.


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