„Ein Traum von mir ist es, die Straße von Gibraltar zu durchschwimmen“
ENGERWITZDORF. Tina Weilguni (19) aus Engerwitzdorf liebt die Herausforderung. Daher nahm sie dieses Jahr schon zum zweiten Mal an einem besonderen Event teil: dem Eisschwimmen im Hallstättersee.

Tips: Warum kommt man auf die Idee bei eisigen Temperaturen im Hallstättersee zu schwimmen?
Weilguni: Es geht einfach darum, die Grenzen des eigenen Körpers auszutesten. Persönlich erbringe ich bessere sportliche Leistungen wenn es kalt ist und es macht mir in der Kälte auch mehr Spaß. Deswegen wollte ich es einmal in einer Extremsituation ausprobieren.
Tips: Etwas verrückt, oder?
Weilguni: Besser verrückt als langweilig und normal. Man muss auch abwegige Dinge im Leben probieren, weil irgendwann wird man es sicher bereuen diese Chancen verpasst zu haben.
Tips: Wie sieht die Vorbereitung für so ein Event aus?
Weilguni: Ganz ehrlich, ich habe mich nicht wirklich speziell darauf vorbereitet, auch wenn man das machen sollte. Ich war zweimal im Pleschingersee schwimmen im November und hab normal im Hallenbad weiter trainiert. Weiters machte ich noch eine Woche davor Atemübungen, die im Buch „Nie wieder krank“ von Wim Hof empfohlen werden.
Tips: Wie überwindet man sich dazu in das eiskalte Wasser zu steigen?
Weilguni: Man muss auf die Atmung achten: Tief ein- und wieder ausatmen. Mein Trick ist dann noch an heißen Sand im Sommer am Strand zu denken, der einen schon fast die Füße verbrennt. Beim Bewerb selber hat man sowieso keine Zeit lang nachzudenken. Es kommt das Signal, dass man ins Wasser muss und dann geht es eigentlich schon los. Wenn man wegschwimmt, ist man noch eingefroren, nach kurzer Zeit aber gewöhnt sich der Körper an diese komplett neue Situation und man kann auch auf Tempo schwimmen. Letztes Jahr bin ich die 500 Meter geschwommen und heuer die 1.000 Meter. Ich muss sagen, dass ich froh bin, dass ich das Doppelte geschwommen bin, da ich erst nach 500 Meter ein gutes Wassergefühl bekam und das Tempo verstärken konnte. In den Fingern und Zehen wird einem eigentlich nie warm, auch das Abstoßen ist eine Herausforderung, da man keine Rollwende machen darf und sehr viel Zeit dadurch verliert.
Ist das Wasser nicht kalt?
Tips: Wie ist das Gefühl danach?
Weilguni: Wenn man dann aus dem Wasser klettert, hat man eigentlich gar kein Gefühl mehr. Persönlich hab ich Hilfe gebraucht beim Anziehen. Jedoch sollte man das so schnell wie möglich machen bevor das Zittern beginnt, denn dann kann man eigentlich nichts mehr machen. Auch sollte man nicht sofort warm duschen, sondern etwas Warmes trinken.
Tips: Was sagen die Freunde dazu? Gibt es eher positive oder negative Reaktionen?
Weilguni: Als ich ihnen davon erzählt habe, war eigentlich keine Reaktion zu bemerken, aber jetzt nach dem Wettkampf, nachdem man einige Bilder auf den Social Media Plattformen gepostet hatte, bekam ich schon Anerkennung und Lob, vielleicht ist auch Kopfschütteln dabei, aber das ist mir eigentlich relativ egal.
Tips: Sind auch andere solche Dinge geplant?
Weilguni: Eisschwimmen nicht direkt, da sind mir die Distanzen zu kurz und wenn man dann im See zu einer unchristlichen Jahreszeit trainieren möchte, hat man gleich ein paar Zuschauer und muss Fragen wie: „Ist das Wasser nicht kalt?“ beantworten. Das ist mir zu mühsam und deswegen begrenzt sich das Eisschwimmen auf diesen einen Bewerb im Jahr. Ein Fixpunkt ist wieder der Hallstättersee Schwimm Marathon und womöglich auch wieder Wörthersee. Vielleicht bestreite ich auch ein 24-Stunden-Schwimmen im Team oder ich finde noch andere Bewerbe, die mich ansprechen. Einfach immer längere Distanzen ausprobieren und zu was mein Körper und Wille fähig ist.
Tips. Welche sportliche Ziele gibt es?
Weilguni: Ein Traum von mir ist, die Straße von Gibraltar zu durchschwimmen oder den Ärmelkanal, aber diese Ziele sind noch etwas sehr weit entfernt.
Tips: Schwimmen ist also die große Leidenschaft, oder?
Weilguni: Ich bin froh einen Sport gefunden zu haben, der nicht nur ein Hobby für mich ist, sondern sich zu einer Leidenschaft entwickelt hat. Eigentlich bin ich eine Langschläferin, jedoch stehe ich lieber um fünf Uhr auf um schwimmen zu gehen, als zwei Stunden länger zu schlafen.Auch bin ich sehr dankbar, so eine sportliche Familie zu haben, die mich unterstützt. Papa ist Radfahrer, Mama liebt Laufen und meine Schwester ist Triathletin.


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