100 Jahre Denkmalschutz: Enns am Tag des Denkmals besuchen
ENNS. Am Sonntag, 24. September, öffnen österreichweit mehr als 250 historische Objekte bei freiem Eintritt ihre Pforten. Anlass ist der Tag des Denkmals - seit 100 Jahren gibt es nun das Denkmalschutzgesetz, welches Österreichs Kulturerbe bewahren soll. In der historisch bedeutsamen Stadt Enns befinden sich gleich drei Programmpunkte: Das Museum Lauriacum, eine Stadtführung rund um das Linzer Tor und das Denkmal für die Opfer der Todesmärsche.

Seit 100 Jahren gibt es das österreichische Denkmalschutzgesetz. Unter dem Motto „denkmal [er:sie:wir“ leben | 100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz” sind interessierte Besucher am 24. September eingeladen, österreichweit mehr als 250 Programmpunkte kostenlos zu besuchen und so das große Jubiläum mitzufeiern.
Mit dem Jahresthema will das Denkmalamt „besonders auf die vielfältigen, bis in unseren Lebensalltag reichenden Bezüge der Bau- und Kulturdenkmale“ hinweisen. Der Tag des Denkmals soll aktuelle Projekte der Denkmalpflege präsentieren und die Blicke auch auf vorerst unscheinbare oder unbekannte Denkmale lenken.
Außerdem gilt es, die Menschen hinter den historischen Objekten vor den Vorhang zu holen. Nicht nur der denkmalgeschützte Bestand, sondern die historische Bausubstanz insgesamt, bildet die unmittelbare Lebensumwelt von Bewohnern und kann ihre Lebensqualität in hohem Maße beeinflussen.
Doch unabhängig davon, ob die Denkmäler nun bewohnt oder besichtigt werden, immer werden sie dabei auch erfahren. So soll am heurigen Tag des es Denkmals auch das lebendige, immaterielle Kulturerbe veranschaulicht werden - in Oberösterreich gibt es aktuell 40 UNESCO-Eintragungen, von denen am 24. September einige erlebbar sein werden.
Archäologische Funde im Museum Lauriacum
Die Besucher können sich auf eine Entdeckungsreise der Kulturdenkmäler begeben, „bei der das Erleben im Mittelpunkt steht und bei der Fachleute und Eigentümer die ausgewählten Objekte in ihrer Vielfalt präsentieren“. Eine Station auf dieser Reise ist im oberösterreichischen Enns, wo gleich drei Programmpunkte stattfinden.
Zum einen kann das Museum Lauriacum besucht werden, das die römische Geschichte der Stadt Enns beleuchtet. Führerin Christina wird die Besucher unter dem Motto „Die spinnen, die Römer!“ auf eine kleine Zeitreise begleiten. Schwerpunkt ist die Herstellung von Textilien im römischen Reich - archäologische Funde werden den aufwendigen Prozess des Kleidermachens veranschaulichen.
Das Museum Lauriacum hat am 24. September von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldung und Rückfragen zur Führung unter office@museum-lauriacum.at oder per Telefon (+43 722 385362). Das Museum ist öffentlich erreichbar (Bus-Linie 401) und barrierefrei zugänglich.
Stadtführung zur schönsten Toranlage von Enns
Das heute denkmalgeschützte Schmied- oder Linzer Tor war das größte der vier Ennser Stadttore. Um seine Geschichte und um die Besonderheit der Stadtmauer geht es bei der Stadtführung am Tag des Denkmals, die ebenfalls vom Museum Lauriacum veranstaltet wird.
Die sogenannte Ölbergkapelle wurde vom Grundstück des heutigen Haus Hohenlohe zum Torwächterhaus versetzt. Beim ehemaligen Torwächterhaus stand viele Jahre lang eine schöne Kreuzigungsgruppe, die heute in der Pfarrkirche Sankt Marien im Kreuzgang zu bestaunen ist.
Die Führung „Rund um das Linzer Tor“ in Enns findet um 14 Uhr statt und dauert etwa 120 Minuten. Treffpunkt ist beim Ennser Postamt (Dingolfinger Platz). Besucher können mit der Bus-Linie 401 anreisen, die Tour ist barrierefrei gestaltet.
Erinnerung an Folgen des Nationalsozialismus
Zu guter Letzt ist auch das jüngste Ennser Denkmal - welches zur Erinnerung an die Ermordeten der Todesmärsche vom April 1945 bestimmt ist - einen Besuch wert. Es wurde vom Verein Mauthausenkomitee erbaut und im Oktober 2022 feierlich eröffnet.
Die Stadt Enns war in der ersten Hälfte des Jahres 1945 zentraler Ort für unzählige Vertreibungs- sowie Fluchtrouten und Todesmärsche. Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge wurden unter heute unvorstellbaren Bedingungen und nie zu leugnenden Gräueltaten hier vorbei getrieben, viele von ihnen auf dem Weg ermordet.
Das Denkmal stellt die Anzahl der Ermordeten in den einzelnen Gemeinden entlang der Todesmarschstrecke graphisch dar. Die Überlebensgeschichte von David Hersch, der in Enns von der Familie Friedmann versteckt und gerettet wurde, ist ebenfalls künstlerisch aufgearbeitet. Menschlich zu handeln, war auch in der damaligen Zeit möglich.
Besucht werden kann das Mahnmal rund um die Uhr. Um 11.15 Uhr gibt es eine 30-minütige Führung zur Entstehungsgeschichte und dem Zweck des Denkmals. Treffpunkt hierfür ist an der Kreuzung Wiener Straße / L568 (ehemalige B1 bzw. Österreichische Romantikstraße). Interessiert können per Bahn (ÖBB Linie S1) oder Bus (Linie 401) anreisen.


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