Auftragswerke für’s Paneum
ASTEN. Die Gesichter der „Vier Jahreszeiten“ sind weltberühmt: Giuseppe Arcimboldo arrangierte die Stillleben unter anderem aus Blumen, Früchten und Gemüse. Die Kunstwerke sind im Pariser Louvre zu bestaunen, einige Werke von Arcimboldo werden auch in Wien ausgestellt. Der Stil des italienischen Malers hat den renommierten Künstler René Marcel Rivière zu seinen Werken „Bread-Head“ und „Sweet-Head“ inspiriert.

Wer die Kunstwerke Arcimboldos genau ansieht, wird eines bemerken: Brot und Gebäck sucht man dort vergebens. Seit Dienstag, 26. September, wird das Paneum mit zwei neuen Kunstwerken geschmückt. Ganz im Stil des alten Meisters Arcimboldo sind die beiden Gesichter aus unterschiedlichen Elementen dargestellt, aber wie kann es anders sein: Semmeln, Kipferl, Striezel und Brezel bilden zusammen den „Bread-Head“, während das Gegenstück „Sweet-Head“ mit Schaumrollen, Lebkuchen und Keksen begeistert. Wie diese Komposition und Neuinterpretation wirkt, davon können sich die Besucher im Paneum überzeugen. Die 80x100 cm großen gerahmten Öltafelbilder wurden von Peter Augendopler in Auftrag gegeben und werden auch in der „Langen Nacht der Museen“ für die Besucher zu sehen sein.
„Ich habe René Marcel Rivière vor einiger Zeit persönlich kennengelernt und bemerkt, dass er im Stil der ‚Alten Meister‘ malen kann und diese besondere Technik heute noch beherrscht. Bei meinen Besuchen im Kunsthistorischen Museum in Wien habe ich oft Werke von Dürer und Arcimboldo angesehen. Da kam mir auch die Idee, Köpfe mit Backwaren malen zu lassen. Backwaren sind die essenziellsten Lebensmittel der Welt und diese sollen auch entsprechend präsentiert werden. Der Wert dieser besonderen Lebensmittel soll so den Besuchern des Paneum bewusst gemacht werden“, bedankte sich Peter Augendopler bei dem Künstler.
Renommierter Künstler
René Marcel Rivière wurde 1950 in Wien geboren. Schon als Kind verwirklichte er sich in Musik und Malerei. Seit seinem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst ist er als freischaffender Künstler im In- und Ausland tätig und in zahlreichen internationalen Sammlungen vertreten. Die grafischen Anfänge seiner Arbeit sind deutlich von der Wiener Schule beeinflusst, seine Hinwendung zur Ölmalerei nach 1969 bringt eine Zersplitterung der Formen mit sich. Er setzt sich intensiv mit seinen Vorgängern des „phantastischen Realismus“ auseinander, sucht und findet dabei jedoch seinen eigenen Weg: Eine Verknüpfung beider Prinzipien, wobei weder das Körperliche verloren geht, noch die Abstraktion abgestreift wird. Formal geht es ihm hier um eine Malerei zwischen der zweiten und der dritten Dimension, zwischen Fläche und Raum.
Lange Nacht der Museen
Am 7. Oktober lädt Österreich zur „Langen Nacht der Museen“. Mit dabei ist auch das Paneum. In der Dunkelheit können Besucher die Wunderkammer des Brotes in einem ganz neuen Licht erleben.
Von 18 bis 1 Uhr erwartet die Gäste ein spannendes und vielfältiges Programm: Stündlich finden Führungen statt, die die verschiedenen Facetten des Paneums beleuchten. Um 18 Uhr findet eine Kinderführung mit dem Titel „Brotmission“ statt, um 19 und 21 Uhr eine klassische Führung. Um 20 und 22 Uhr finden jeweils Architekturführungen statt.
Ein besonderes Highlight stellt die Mitternachtsführung um 23 Uhr dar, die von Paneum-Gründer Peter Augendopler persönlich begleitet wird. Mit einer Eintrittskarte können in dieser Nacht alle beteiligten Museen besichtigt werden.


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