Heinz Stockinger: Kunstwerke aus Mineralien
ENNS. Der Ennser Künstler Heinz Stockinger arbeitet mit Mineralien als Farben. Das Ergebnis sind leuchtende farbintensive Gemälde.

Heinz Stockinger (68) hat zwei Hobbys: das Sammeln von Mineralien und die Malerei. Da lag es für ihn nahe, diese beiden Hobbys zu verbinden. Nach anfänglichem Experimentieren hat Stockinger in 20 Jahren eine einzigartige Technik entwickelt. Diese schlägt sich in einer großen Sammlung von Gemälden nieder. Viele dieser Gemälde befinden sich in seinem Atelier – aber auch in seinem Haus gibt es keine Wand ohne Bilder.
Dieser Output ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, welch großen Aufwandes es bedarf, bis ein Kunstwerk fertig ist.
Mineraliensuche
Die Arbeit beginnt mit dem Suchen von Mineralien, denn Stockinger arbeitet vor allem mit selbst gefundenem Material. Vor allem im Harbachtal in Salzburg findet Stockinger Mineralien, wie Serpentin, Quarz oder Schiefer. Knapp 20 verschiedene Mineralien setzt Stockinger für seine Bilder ein.
Daheim nimmt der Künstler ein schweres Eisengewicht zur Hand und zertrümmert die Mineralien, siebt sie und sortiert sie.
Pinzette statt Pinsel
Beim Malen verwendet Stockinger keinen Pinsel sondern eine Pinzette. Mit dieser nimmt er Mineralstückchen auf, taucht sie in Klebstoff und setzt sie auf die Holzplatte, auf der das Bild entsteht. Punkt für Punkt setzt Stockinger so auf die Platte. Mitunter kommen auch Schieferplatten oder Holzstücke zum Einsatz aber jedes einzelne Bild erfordert einen enormen Arbeitsaufwand. Doch die Resultate lohnen den Aufwand.
Die Bilder bekommen beim Betrachten eine Tiefe und dreidimensionale Wirkung.
Stockingers bervozugte Motive sind Berglandschaften oder die Kellergassen des Weinviertels. Manche Motive entdeckt Stockinger, wenn er mit seiner Frau – und Managerin – Klaudia auf Mineraliensuche ist. Als Vorlage dienen ihm Fotos, die er von seinen Motiven aufnimmt.
Manchmal bekommt Stockinger auch Aufträge von Kunden, die ihr eigenes Haus auf einem Kunstwerk sehen möchten. Auch hier sucht Stockinger die beste Perspektive, fotografiert das Haus und gestaltet das Gemälde.
Blindenverband
Bei einer Ausstellung wurde Stockinger von einem Vertreter des Blindenverbands angesprochen. Dieser meinte, dass die Mineralien-Bilder auch für Blinde interessant seien, da man das Dargestellte beim Drüberstreichen ertasten könne. Stockinger nennt seine Bilder daher „begreifbare Bilder“ und will mit einem Blindenverein Kontakt aufnehmen.
Eine Auswahl der Bilder Stockingers sind derzeit in den Auslagen des ehemaligen Elektrogeschäfts am Ennser Hauptplatz ausgestellt. Bei der Kunst- und Genussmeile, die am 7. Juni in Enns stattfindet, wird Stockinger Kunstwerke ausstellen. Auch wenn die Bilder ihre Wirkung vor allem beim direkt Betrachten zu Geltung bringen, lohnt sich ein Blick Stockingers Werkschau im Internet unter mineralienbilder.at


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